Allgemein

Die Baunscheidtmethode-Unterstützung bei chronischen Leiden

Als der Ingenieur Carl Baunscheidt im Jahre 1828 im Alter von 36 Jahren in seinem Garten einschlief und ihn die Mücken recht gemein gestochen hatten, stellte er fest, dass seine ( durch eine Gicht bedingten) rheumatischen Leiden sich durch die Stiche der Mücken besserten. Er fühlte sich, auch im Bezug zur TCM, in seiner Idee bestätigt, das westliche Pendant zur Akupunktur zu entwickeln:
Die Baunscheidt Methode.
Er hatte recht, denn die künstliche Entzündung, die durch den Mückenstich verursacht wurde, besserte die Symptome der chronischen Entzündung! In seinem Falle eben die Entzündung, die durch seine Gicht verursacht wurde.

Alte Verfahren neu entdeckt!


Das Wissen um die heilsame Wirkung von ausleitenden Verfahren ist deutlich älter. Hippokrates, Galen v. Pergamon und Avicenna sind bekannte, altertümliche Vertreter.
Herr Baunscheidt erfuhr die Effizienz dieser Methoden sozusagen am eigenen Leib durch einen Zufall. Die Methode geriet jedoch eine Weile in Vergessenheit.
Ein österreichischer Arzt namens Aschner holte das Wissen wieder hervor und entwickelte es weiter. Es ist ein wichtiges ausleitendes Verfahren der Naturheilkunde und gehört zu den sogenannten Aschner Verfahren.

Reize als leicht provokative Antreiber!


▶In der klassischen Naturheilkunde sind Reize sehr wichtig. Man setzt einen Reiz um den Körper aus der Starre herauszuholen und bringt die Symptomatik aus dem Zustand der „Deckelung“ heraus. Die Erstreaktion fällt oft entsprechend gewöhnungsbedürftig aus, ist aber ein sehr gutes Zeichen. Und im Nachgang empfinden es Patienten als sehr angenehm, denn sie spüren regelrecht dass etwas vorangeht.

▶Die Ausleitung über die Haut ist besonders wichtig, da die Haut auch Verbindungen zu inneren Organen hat! Wenn der Körper überlastet ist, lagert er gerne das was er nicht mehr aus dem Körper schaffen kann, im Bindegewebe ab. Durch den gezielt gesetzten Reiz und die Nutzung der Verbindung der Haut zu inneren Organen, können wir den Körper dazu bringen, Stoffwechselendprodukte über die Haut loszuwerden.

▶Benutzt wird im Baunscheidt-Verfahren ein Nadel-Gerät, der sogenannte „Lebenswecker“ (und in der Tat; so wirkt diese Methode auch!).
Heute benutzen wir gerne Einmal-Baunscheidt-Köpfe, da die Sterilisierung eines Mehrweg-Baunscheidtkopfes doch recht aufwendig ist.
Das ganze wurde weiterentwickelt und es kam ein Baunscheidt-Öl dazu.
Das Öl enthält u.a. Histamin und zusätzlich noch belebende und durchblutungsfördernde ätherische Öle.

▶Am Rücken befinden sich Zonen- sogenannte Dermatome, die sensibel innerviert sind und mit entsprechenden Organen und Systemen in Verbindung stehen. So sticht man recht rasch diese Zonen durch und trägt anschliessend das Baunscheidtöl auf. Das Öl erzeugt eine künstliche Endzündung und es bilden sich Quaddeln, womit einiges aktiviert wird und Schlackenstoffe ausgeleitet. So wie eine Brennessel es auf unserer Haut tut. Das kann ein bis zwei Tage anhalten und wenn wir schwitzen oder duschen sich als Juckreiz bemerkbar machen. Was ein Zeichen dafür  ist, dass es „arbeitet“.

💎Eingesetzt wird das Verfahren erfolgreich z.B. bei:

  • Migräne
  • Lumbalgie, Ischialgie, Kreuzschmerz
  • Chronische Sehnenentzündungen wie z.B Tennisarm, Schulter- Armsyndrom, Achillessehnenentzündung, aber auch beim Fersensporn
  • Muskelschmerzen , Muskelverhärtungen
  • funktionelle Beschwerden (zum Beispiel funktionelle Herzbeschwerden)
  • Verdauungsstörungen (zum Beispiel chronische Verstopfung, Reizmagen, Gastritis)
  • Abwehrschwäche und chronische Infekte (zum Beispiel rezidivierende Bronchitis). Vor allem weil auch das Lymphsystem aktiviert wird.
  • akute und chronische Entzündungen (zum Beispiel Gicht, Rheuma)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (zum Beispiel Arthrose)
  • Chronische Sehnenentzündungen, Tennisarm, sowie Schulter-Armsyndrom, Achillessehnenentzündung, aber auch Fersensporn
  • hormonellen Störungen. u.a. auch Regelstörungen der Frau.

▶Es lässt sich auch lokal, zB am Knie oder am Arm , anwenden.

Auch ich wende es gerne an in meiner Praxistätigkeit.

Kontrainiziert ist es bei Allergien auf eines der Inhaltstoffe im Öl. Die Baunscheidt-Therapie sollte auch nicht auf bereits bestehenden Entzündungen , Muttermale und Narben sowie akute Hautkrankheiten und -Infektionen angewendet werden. Auch bei  Fieber oder Autoimmunerkrankungen und bei Kinder unter zehn Jahren dürfen ebenfalls keine Behandlung nach Baunscheidt erfolgen. Was auch wichtig ist: Reiztherapien setzt man nur wenn der/die Patient/In auch über ausreichend Kraft verfügt, auf den Reiz adäquat zu reagieren. Daher sollten Patienten, die zB eher im Mangelzustand sind, erst aufgebaut werden, bevor im größeren Umfang zB Baunscheidt Behandlungen durchgeführt werden.

Diese Punkte werden in einem ausführlichen Vorgespräch geklärt.
Bei Fragen helfe ich ihnen gerne.

Öznur Acar

(Quelle: Kurs ZfN Aschnerverfahren
Paracelsusmagazin, Ausgabe 1/2020)
(Bild: Canva Design)

Allgemein

Die Leber- unsere wichtigste Biochemiefabrik

Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“, sagt man doch so schön zutreffend. In der Tat hat sie einiges an Aufgaben zu bewerkstelligen. Werfen wir doch zuerst mal einen Blick auf diese Aufgaben; anschliessend erzähle ich Ihnen gerne mehr über die anderen Aspekte der Leber und die traditionell-naturheilkundliche Sicht dazu. Auch wenn es trocken wirkt, lohnt es sich mal einen Blick darauf zu werfen:

  • Cholesterinsynthese und die Synthese von körpereigenen Fetten.

    ->Nun müssen Fette transportiert werden.
    Wie geschieht dies?
    Wie kann man ein Fett-Molekül über ein wässriges Milieu transportieren?
    Der Körper hat schlaue Systeme dafür.
    ->In die passende Transportform werden die Fette über Darmzellen gebracht; damit sie über Lymphe oder Blut besser transportiert und in Zellen aufgenommen werden kann. Im Bild unten wird gezeigt, wie das in Darmzellen geschieht)

(Bild: über Canva Design)

Zu beachten: Cholesterin ist ein wichtiger Grundbaustein für sämtliche Hormone, Vit. D und wichtiger Zellbestandteil. Deswegen haben essgestörte Frauen (vor allem bei Magersucht) teilweise Hormonwerte von einer 80 Jährigen!

  • Die Umwandlung von Vitamin D in die Speicher- und Transportform.
  • Speicherung von Glukose in Form von Glykogen. (Das Hormon Glukagon-> Freisetzung von Glukose. Das Hormon Insulin-> Aufnahme von Glukose. Je nach Sachlage steuern diese beiden Hormone unseren Zuckerhaushalt)
  • Die Synthese wichtiger Proteine.(zB Abwehrproteine, Blutkörperchen uvm. Proteine sind alles!)
  • Wichtig für die Eisenspeicherung und Freisetzung von Eisen.

(Bild: Canva Design/Hank Grebe; Getty Images)

Nun zur traditionell naturheilkundlichen Sicht…


Die Leber ist nicht nur die wichtigste Alchemist*In unseres Körpers, sondern sie ist auch ein Wahrzeichen für Erweiterung, Wachstum, alte Ufer verlassen und auf Neue zusteuern.
Alchimisten sind sogenannte „Umwandler“. So wandelt neben Magen und Nieren auch die Leber Stoffe um in Bausteine oder baut nicht mehr benötigte Bausteine wieder ab und macht sie „ausscheidungfähig„. (Auf dem Bild sehen Sie einen richtigen, altertümlichen Alchemisten.)
Laut der alten Heilkunde liefert die Leber dem Herzen (die Sonne)  und auch den Augen (ebenfalls durch das Sonnenprinzip verkörpert)  Energie. Auf seelischer Ebene hat sie mit Abgrenzung, zu sich stehen , NEIN sagen zu tun. Sie ist das Organ der natürlichen Autorität; ohne Macht oder Gewalt ausüben zu müssen. Sie spielt eine Rolle in der Findung der gesunden Mitte. 
Auch wesentlich beim Thema Wut, Ärger und Aggression. Wut und Aggression werden oft als schlecht hingestellt. Gekonnt kanalisiert, kann unser Wachstum und unsere Entwicklung gefördert werden. Ist dies nicht der Fall, versackt es , zerstört uns selbst.
Gleichzeitig hat die Leber auch mit  Depression  und Lethargie zu tun. Hier wäre eine Stärkung , Aktivierung angesagt. (Vorsicht bei lange andauernden endogenen Depressionen! Unbedingt ärztlich abklären)
Es ist manchmal etwas komplexer; denn sie steht auch-neben der Gallenblase, in enger Verbindung zur Milz.
Diese beiden befinden sich sogar im regen Austausch. Organisch gesehen ist die Milz ein für die Abwehr wichtiges Organ. Sie baut alte Blutkörperchen ab und sorgt für Druckausgleich im Bauchraum. Die Leber wird mit Blut versorgt. Auch die Magensäure wird aktiviert. Die Milz ist ja auch dasjenige Organ welches das saturnale Prinzip verkörpert, die Melancholie…(Die Leber hingegen steht im Zeichen des Jupiter. Unsere Organe kann man fast wie in einem Planetensystem einorden)

(Bild: Canva Design/Aluxum; Getty Images)

Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit. Besonders wenn sie nachts zwischen 01.00 und 03.00h aufwachen ist an die Leber zu denken.

Die Belastung, mit der unser wichtigster Alchimist zu kämpfen hat , nimmt heute Ausmaße an, die wir uns schon nicht mehr vorstellen können. Ein großer Teil der Menschen zB ist nie wirklich hungrig.
Auch Gesundes kann für die Leber zu viel werden. Drum ist es so wichtig sie einfach mal zur Ruhe kommen zu lassen. Die Leber braucht auch Ruhephasen.
Lassen sie mal ihren Verdauungapparat so weit in Ruhe bis sie wirklichen Hunger verspüren. Es tut gut; der Kopf wird klarer.
Bitterstoffe sollten wir auf jeden Fall mehr einbauen.

Der beste Schutz für Ihre Gesundheit ist die Senkung der Insulinresistenz . Auch vor neurodegenerativen Erkrankungen wie zB Alzheimer, Parkinson.

Es gibt sehr wirkungsvolle Verfahren, die ich auch in meiner Praxistätigkeit anwende, um zB ein überlastetes Leber-Galle-System zu entlasten oder zu stärken. Auch die Emotionen können wir uns ansehen, indem wir Ihre Konstitution und Ihr Temperament dazu bestimmen.

(Bild: Canva Design/Natalie_Mis; Getty Images)

(Quellen:https://www.medizin-kompakt.de/fettstoffwechsel-der-leber
https://flexikon.doccheck.com/de/Leber
https://www.fettlebercoach.de/fettleber/allgemeines-zur-leber/der-zuckerstoffwechsel-und-die-leber/
https://kompetenz-statt-demenz.dsgip.de/was-ist-demenz/ursachen/insulinresistenz/
(Beitragsbild: Canva Design/ Science Photo library)

Allgemein

Tee und der Lärm der Zeit

Tee und der Lärm der Zeit



Was haben Tee und Lärm miteinander zu tun?
Sehr viel sogar. Allein schon das Zubereiten, das Abseien des Sudes , das Einschenken in Tassen bindet uns in ein regelmässiges Ritual ein welches uns wieder in unsere Mitte bringt.
Im alten Asien war es – ist es immer noch – ein wichtiges Mittel für Rituale, Treffen, Basis für gute , fruchtende Gespräche und vieles mehr.

„Abend bricht ein,
unter dem Teestrauch
such ich mein Bett
und bin über Nacht
bei den Blüten zu Gast.“

~Date Chihiro, JAPAN

In der Türkei gibt es immer mindestens Bewirtung von Gästen mit Schwarztee welches wie „Kaninchenblut“ aussieht. Zu einer tiefen guten Unterhaltung gehört ein guter Schwarztee dazu. Am besten mehrere Kannen. Lassen wir die Tatsache mal beiseite dass ja Schwarztee eher unrelevant ist, was heilkundliche Wirkungen anbelangt. Aber das Ritual an sich ist schon bemerkenswert in seiner verbindenden Wirkung.
Teetrinken hat unterschiedliche Formen; von der Heilwirkung bis zu religiösen Zeremonien reicht die Palette.


Doch nun zu den arzneilichen Qualitäten der  Tees. In meiner Praxistätigkeit haben Teemischungen eine sehr wichtige Rolle. Erstens weil es sich positiv auf den Flüssigkeitshaushalt auswirkt und zweitens wird der Mensch mit eingebunden und beteiligt sich aktiv an der Mitgestaltung des Therapiekonzeptes. Ich bin überzeugt dass Pflanzen ein Wesen, eine Essenz haben, die sich auch in getrockneter Form als Idee festsetzt. Die „Idee der Wirkung“ wird eingespeichert durch die schonende Trocknung  und entfaltet sich im Wasser womit man es übergießt wieder.
Daher ist ein achtsamer Umgang mit einem potentiellen Heilmittel mindestens so wichtig wie die Inhaltstoffe selbst.
Darum kann ich ihnen anraten:
Nehmen sie sich die Zeit und erschaffen sie sich ein Ritual und somit einen gewissen „Raum der Magnifizenz“, in dem sie weder der Stress noch die harten Anforderungen der Gesellschaft und der Arbeitswelt einholen können. Geben sie sich Zeit für eine Heilung. Denn Heilung geschieht von innen nach aussen.
Abschliessend noch eine kleine Teemischung zur Beruhigung:

-Lavendelblüten
-Passionsblume
-Schafgarbe
-Johanniskraut
-Rosenblätter
-Melissenblätter

zu gleichen Teilen mischen lassen, 3-5 Tassen pro Tag und pro Tasse einen gehäuften Teelöffel. Kann auch gerne mit Honig oder Ahornsirup gesüßt werden.

Bei Fragen zu gewissen Themen und Möglichkeiten berate ich sie gerne und freue mich auf einen Kontakt ihrerseits.
Herzlichst

Öznur Acar

(Bilder: Pixabay, Titelbild: Canva)

Allgemein, Türkische Beiträge

Individuelle Ernährung und Behandlung je nach Konstitution

Als Einstieg ein passendes Gedicht von Goethe:

Wer sie nicht kennte,
Die Elemente,
Ihre Kraft
Und Eigenschaft,
Wäre kein Meister
 Über die Geister“

~aus Johann Wolfgang v. Goethes Faust

Ich kann mich noch gut an mein Pharmaziestudium erinnern; wie unser Pharmakologe uns die Humoralpathologielehre– auch Vier-Säfte-Lehre genannt- vorstellte . Wir alle waren leicht amüsiert. Als ich Jahre später selber mich mit alter Heilkunde befasste, begegnete mir die Vier-Säfte-Lehre wieder. Diesmal war ich vorerst weiterhin skeptisch aber danach eher sehr neugierig und verblüfft. Ich beobachtete es bei mir selbst und auch in meinem Umfeld. Es war erstaunlich zutreffend.
Es soll natürlich jegliches Ernährungs-Dogma gemieden werden und schmackhaft sein , Freude machen, mehr Vitalität und Lebendigkeit erzeugen.
Vielleicht erkennen Sie ja in den unterschiedlichen Temperamenten irgendwo sich selbst!

Nun aber zur Humoralpathologielehre-bzw Vier-Säfte-Lehre:

Zurückzuführen ist sie auf den berühmten antiken Arzt Hippokrates.

Laut dieser Lehre gibt es 4 wichtige Säfte im Körper, sogenannte Humores.  Es ist so, dass je nachdem welcher Saft überwiegt und welches Prinzip, das entsprechende Temperament daraus entsteht. Jeder kennt die Bezeichnung Choleriker, oder man sagt auch „er/sie ist heute so phlegmatisch“. All diese Bezeichnungen stammen aus dieser Lehre.

Ein ganzheitlich gesunder, ausgeglichener Zustand wird erreicht durch ein gutes Gleichgewicht der vier Säfte, welches auch für jede Person anders sein kann.

Wichtige diagnostische Methode ist die abendländische Pulstastung.

►Wie ist der Puls in den Qualitäten Wärme oder Kälte, Feuchte oder eher Trockenheit? ►Ist er stark oder schwach, weich oder hart?
►Ist er leicht „wegdrückbar“?
►Ist er eher voll und weich?
Der Puls ist für jedes Temperament eher unterschiedlich zu werten (gemeint ist der Vergleich zum gesunden Zustand)

Nun zu den vier Säften und deren Wirkprinzipien:

Zu beachten ist, dass ein Temperament niemals alleine vorkommt, sondern stets Mischungen von mehreren Temperamenten vorliegen!

SANGUIS

Sanguis bedeutet Blut. Dabei geht es nicht direkt um den Körpersaft Blut, sondern um die Qualitäten dessen.
Blut ist warm und feucht. Das dazugehörige Element ist Luft.  Schwerpunktmässiges Organ ist das Herz. Wir reden hier vom sanguinischen Temperament-bzw solche Menschen bezeichnen wir als Sanguiniker/In. Entsprechend sind auch von diesen Qualitäten geprägte Menschen. Sie sind sehr kommunikativ, offen, machen sich überall sofort beliebt, strotzen vor Ideen , sind sehr abenteuerfreudig. Sie sind sehr flexibel , schnell in der Auffassungsgabe. Abwechslungen, Veränderungen sind ein Muß. Der Künstlertyp, der sich auf keinen Fall irgendwo einordnen lässt. Sie sind eher gefühlsgesteuert.

Ein überschüssiges Sanguis Prinzip kann einhergehen mit zB die ganzen Fülle Erkrankungen wie Bluthochdruck, Übergewicht, aber auch die Neigung zu Entzündungen . Auch bei diesem Temperament kann, wenn der Füllezustand überwiegt Krebs entstehen (mit einfachen Worten „zu viel an Zellen, übermässige Teilung“). Seelisch neigen diese Personen sehr dazu , Projekte oder Aufgaben oder Ziele nicht fertigzubringen-bzw nicht richtig anzusteuern, da sie schon wieder von einer Sache zur Anderen springen. Manchmal kann man auch eine gewisse Neigung zu Sucht-Themen und auch zu vielem, ausgiebigem Feiern erkennen. In diesem Falle müssen wir das Überschüssige ausgleichen. Das kann man gut , indem man die anderen Prinzipien etwas mehr stärkt. Zum Beispiel etwas mehr Erdung und stellenweise Kühlung. Aber auch Feuer kann hilfreich sein, wenn das Luft Prinzip gar so sehr im Überschuß ist.
Wenn man den Puls von sanguinischen Menschen fühlt erkennt man dass er kräftig,  voll  und schnell ist, aber eher weiche Spitzen hat. Es ist ein „warmer“ Puls. 

Kinder sind vom Wesen her eher sanguinisch geprägt. Sie knüpfen sofort Kontakte und sind frei von Vorurteilen , die wir Erwachsene oft hegen. Hier könnten wir dazulernen und etwas mehr kindlicher werden. Körperlich haben Kinder viel Phlegma, also das nährende Prinzip; was ja auch in dieser Phase wichtig ist!

PHLEGMA

Phlegma ist Schleim. Schleim ist kalt und trocken. Das dazugehörige Element ist Wasser. Wichtiges repräsentatives Organ ist das Gehirn.Die Lebenskraft ist hier sehr präsent. Hier geht es um das phlegmatische Temperament . Und von diesem Temperament geprägte Menschen bezeichnen wir als Phlegmatiker/In. Der klassische Phlegmatiker agiert langsam, obwohl er keineswegs dumm ist. Im Gegenteil! Dafür hat er eine ausgeprägte Neigung zum Geniessen , ist ein ausgesprochener Ästhet und die heutige Leistungsgesellschaft überfordert ihn eher. Vom Wesen her ist er eher introvertiert, kann Impulse von aussen gut aufnehmen.Tätigkeiten mit denen er beginnt bewältigt er sehr akkurat.Er besitzt auch viel Lebenskraft. Der Puls ist ebefalls recht voll, jedoch eher schwach, leicht wegdrückbar und eher von kalter Natur.
Ein Wasserelement im Überschuß kann aber auch Nachteile mit sich bringen.

Auf körperlicher Ebene begegnen uns Probleme wie Übergewicht, Schilddrüsenunterfunktion, Blutarmut (weil das Blut „verwässert“),Verschleimungen der Atemwege (Schleimbildung stark ausgeprägt). Trägheit des Verdauungstraktes (der dafür notwendige Tonus fehlt im Verdauungstrakt), Verschlackung des Bindegewebes.
Persönlich sind Menschen mit Wasserüberschuss sehr träge und unentschlossen, was auch Nachteile mit sich bringen kann im Alltag.
Hier ist etwas mehr Feuer – bzw mehr Grundwärme im Körper- angesagt! 

Babys und Kinder sind vom Grundtemperament her phlegmatisch. Da sie wachsen müssen brauchen sie die nährenden Säfte. Wann auch immer ein Kind mit Erkrankungen zu tun hat, die eher von gelbgalligen Schärfen verursacht werden wie zB Ulcera, sollte man genauer hinschauen, denn sowas ist eher ungewöhnlich. (Ich hatte so einen Praxisfall!)

XANTHE-CHOLE

Xanthe-Chole ist Gelbgalle. Gelbgalle ist warm und trocken. Das dazugehörige Element ist das Feuer. Wichtiges repräsentatives Organ als Prinzip ist die Leber. Die entsprechend geprägte Menschentype nennt sich Choleriker*In. Am Wesen dieser Menschen erkennt man das Feuer. Auf dem ersten Blick ist es nicht schlimm cholerisch zu sein. Es ist nunmal das Temperament, welches angeboren ist und der entsprechende Saft der überwiegt!
Nur wenn es im Überschuß ist, dann tauchen die Probleme auf. Vielleicht ein etwas klischeenhaftes Bild, welches ich jetzt beschreibe:
Nichts ist ihnen dann schnell genug und wenn sie es nicht selbst gemacht haben ist auch nichts wirklich gemacht. Warteschlangen werden zur Qual. Einen solchen Chef oder auch Kollegen/In wünscht man niemandem wirklich. Um morgens einen pathologisch-cholerischen Chef ansprechen zu können muss man erst einmal warten dass er zB seine Zigarette zum schwarzen Kaffee zu Ende geraucht hat. Denn er muss erstmal runterkommen.
Choleriker*Innen sind sehr scharfsinnig und haben einen gut ausgeprägten Intellekt. Sie verlieren sich in Arbeit und können damit auch nicht wirklich aufhören. Beispielsweise der klassische Managertyp, der leisten, leisten , leisten muss.
Das Feuer ist im Prinzip ein förderliches Element. Es fördert den Intellekt und die Intuition.

Das wertvolle königliche Feuer ist unerlässlich. Und es kann wirklich sehr positiv genutzt werden.Jedoch im Überschuß kann es eben eher die Stufe des gemächlichen Durchgarens und Reifung von Prozessen , persönlichen Entwicklungsstufen überspringen und eher verkohlen statt entfalten lassen. Das Martialische überwiegt.

Der Puls dieser Menschen ist oft recht stark, mit starken Spitzen, hart, gespannt und von warmer Natur.

Typische Erkrankungen  für Feuerüberschuß :
 Leber/Galle Erkrankungen und alles was den Verdauungstrakt anbelangt. Auch Herzerkrankungen wie Infarkte . Durch den übertriebenen Drang zu Bewegung gerne auch Risse, Degenerationen in Knochen, Sehnen, Muskeln.Entzündungen. Hautprobleme mit Juckreiz (die gelbgalligen Schärfen! ) Im fortgeschrittenen Alter  Karzinome . 
In jungen Jahren könne diese Menschen alles gut wegstecken, jedoch im Alter kann die Leber überfordert werden vor lauter Feuer und Asche. Sie neigen zu Melancholie im Alter, da die Schwarzgallen allmählich überwiegen. Persönlich können sie sehr unangenehm werden und ihren Mitmenschen unter Umständen das Leben schwer machen wie zB durch Mobbing  und  Gehässigkeit.
Hier brauchen wir mehr Phlegma/Wasser. 

MELAN-CHOLE

Melan-Chole ist Schwarzgalle. Schwarzgalle ist kalt und trocken. Das dazugehörige Element ist die Erde. Das repräsentative Organ als Prinzip ist die Milz. , die Strukturkraft. .Entsprechend geprägte Menschen nennen wir Melancholiker*In. Eigentlich ist es eine Eigenschaft des fortgeschrittenen Alters. Jedoch kann es in Ausnahmefällen auch bereist jüngere Menschen betreffen. Melancholiker sind sehr introvertiert und isolieren sich gern. Sie neigen sehr zum Grüblerischen und zur Schwarzmalerei. Verletzungen verarbeiten sie sehr langsam und vergessen es auch nicht mehr so schnell. Sie sind ewig gestrig, Neuigkeiten gegenüber eher verschlossen. In allen Lebensbereichen sieht man eine gewisse Starre.Während der Sanguiniker sich von einem Abenteuer ins Andere stürzt, verharrt der Melancholiker eher in dem was er bereits kennt. Allerdings sind die meisten Komponisten, Künstler, Dichter von der Melancholie geprägt. Gäbe es nicht die Melancholiker, gäbe es den Feinsinn nicht. So hat auch dieser Aspekt seinen wichtigen Platz! Nur wenn es eben im Überschuss ist kann es pathologisch werden; so wie es bei jedem Element der Fall ist.

Typische Krankheiten sind Krebs und alle bösartigen Entartungen, Reaktionsstarren jeglicher Art. Herzinsuffizienzen (fehlende Lebenskraft, die ja von der Leber ausgeht)   Melancholiker*Innen können schwierige Patienten sein, da diese grundsätzlich langsam reagieren. Hier ist viel Geduld mit sich selbst angesagt. Der Puls ist schwach, wenige Spitzen, leer und langsam kaum wahrnehmbar und wegdrückbar. Eher oberflächlich. Was ein Hinweis auf zu wenig Lebenskraft ist.
Hier brauchen wir auf jeden Fall Feuchte, also Wasser. Nur müssen wir das vorherrschende Erdelement bischen vorbearbeiten damit das Wasser aufgenommen werden kann. Und Feuer , also Wärme, aber ohne dass Patient*Innen noch mehr austrocknen.

Ernährungshinweise, Tipps, je nach Konstitution

Sanguiniker

Bei Sanguinikern mit überwiegendem Luftelement  ist es wichtig dass die Reizüberflutung und die Möglichkeiten zur Ablenkung ausgeschaltet werden. Er braucht auf jedenfall Erdung und aber auch Feuer für die gezielte Intuition.
Ernährungstechnisch wären hier als erdende Nahrungsmittel Wurzelgemüse ganz gut geeignet. Grundsätzlich sollten betroffene Menschen einfach weniger essen. Weniger rotes Fleisch und Wurst, da das Blut ohnehin zur Verdickung neigt. Ansonsten macht es grundsätzlich keinen Sinn Verbote zu erlegen. Sie sollten nur maßvoll sein und weniger Reiz und Genussmittel konsumieren. Menschen die einwenig erden , würden solchen Menschen auch guttun. Gegensätze ergänzen sich unter Umständen sehr gut. Jedenfalls brauchen Sanguiniker sehr viel Luft! Bewegung an der Luft zB. Sonst kompensieren sie den Mangel an Luft durch das Überkonsumieren von Nahrungsmittel und Reizmitteln.

Naturheilkunde: 


►Nervenberuhigende Arzneien wie Baldrian, Hafer. Kühlendes wie zB Patchouly 

Arzneien müssen natürlich indiviuell auf jeden Patienten abgestimmt werden.

Phlegmatiker

Auf jeden Fall reduziert werden müssen Mehlspeisen, phlegmatisierende Nahrungsmittel wie weiche Käsesorten oder eben auch der Schweinsbraten mit der Soße und den Knödeln (der Phlegmatiker liebt häufig diese Art von Nahrung; doch auch hier kann eine wohlschmeckende , aber eben nicht so sehr phlegmatisiernde Lösung gefunden werden). Auch Rohkost verträgt der Phlegmatiker etwas schlecht. Pragmatische Lösungen zu finden ohne Verbote ist der Königsweg. Die Menge macht es aus und die Art der Zubereitung. Weniger und auf jeden Fall gut gewürzt mit Feuer fördernden Gewürzen.
Bewegung macht Sinn.Wenn man Abneigung zu Joggen oder dergleichen hat könnte man zB Schwimmen gehen, da das Wasserelement als grundlegendes Element einen günstigen Einfluß hat. Regelmässige Lymphdrainagen sind auch von großem Nutzen.

Naturheilkunde:


►Regelmässiger Konsum von Bitterstoffen, da es die Grundwärme steigert und Schleim ausleitet. Bei Bittermitteln ist die direkte Wirkung über die Mundschleimhaut wichtig. Bittermittel tonisieren auch den Verdauungstrakt. und machen die verstopften Poren wieder frei und beschleunigen die Entleerung. Die Betonung liegt auf „Grundwärme steigern“ . Wenn man zu viel Schärfe hinzufügt, steigert es nicht unbedingt die Grundwärme. Diese Typen sollten immer etwas warmes essen. Rohe, kalte Sachen verschlechtern eher die Symptomatik.

Choleriker

Choleriker haben besondere Vorlieben für Nahrungsmittel die Fülle, Reichtum an Genuss und Reiz besitzen. Fleisch, scharf und gut gewürzt zB und am besten jeden Tag. Hier könnte man zB den Lieblings Thai Curry mit Kokosmilch versetzen, welches etwas mehr Phlegma fördern würde. Der Choleriker muss auf jeden Fall regelmässig befeuchtet und phlegmatisiert werden damit die gelbgalligen Schärfen neutralisiert werden können. Auch die Neigung zu Zucker, Alkohol, Kaffee und Tabak ist nicht ausser Acht zu lassen. Hier ist Mäßigung angesagt. Viel Schlaf, welches auch phlegmatisiert, würde Sinn machen. Den recht eigensinnigen Choleriker*Innen muss man pragmatische Angebote machen können, die akzeptabel sind.

Naturheilkunde:


►Kühlend, Leber/Galle System regulierend und Gelbgalle ausleitend.
►Feuertypen muss man beruhigen , harmonisieren, „phlegmatisieren“ und sozial vertäglicher machen. Da bietet die Pflanzenheillkunde Einiges.

Melancholiker

Sie sind eher im Denken und Verstand stark. Weder die Mitte, wie zB der Verdauungstrakt mit allen dazugehörigen Organen noch die Lunge und das Herz sind stark genug. Meist sind sie sehr schlank, haben keine Rundungen. Die Verdauung funktioniert sehr schwach, daher essen sie wenig, dafür öfter.

Hier könnte man sich überlegen ob man nicht Salate mit einem guten Dressing anmacht, der einwenig die Speichelsekretion und somit die Verdauungssäfte ein wenig ankurbelt und Appetit macht. Salate wären auch befeuchtend und mit dem richtigen, gut gewürzten Dressing auch verdauungsfördernd. Auf jeden Fall sind Haferbreie, je anch Geschmack süß oder herzhaft zubereitet, sehr gut nährend; auch für die Nerven. Befeuchtende Nahrungsmittel, aber auch Wärme wäre wichtig in der Ernährung dieser Menschen. Gute Therapien sind alle Erdelement dominierten Therapien. Wie zB Moorbäder oder Packungen. Heilmittel wie Heilerde, die viel Mineralien enthalten. Aber auch Spagyrik, da es die Heilessenz schonend weitergibt.
Melancholiker sollte man möglichst nicht alleine lassen. Auch wenn sie es nicht immer zeigen, brauchen sie die Wärme der Liebe und Fürsorge. Man darf sie dafür nicht verurteilen oder entnervt die Geduld verlieren. Fassen sie einmal Vertrauen, sind sie auch sehr treue Freunde, Partner und sind sehr fürsorglich.

Was Melancholikern auch sehr gut tut sind Atemübungen und alles was die Mitte stärkt. Auch regelmässig Bewegung an der frischen Luft, Natur , sind sehr wichtig.

Naturheilkunde:

Schwarzgallen ausleiten steht hier im Vordergrund.

►Aderlässe in ganz kleinen Mengen. Diese wirken blutbildungsfördernd und regenerierend. Und die Schwarzgallen werden ausgeleitet. Am besten bei Vollmond. Danach keine reizenden Nahrungsmittel, Gebratenes und zu Würziges zu sich nehmen. Viel Flüssigkeit und nährende aber leichte Kost.
►Bittermittel
►Lebermittel. Wenn die Leber stark genug ist hat auch das Herz wieder genügend Energie. Das Herz repräsentiert ja die Lebensfreude.Zusätzlich befeuchten diese Samen auch)

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen dass niemals nur ein Temperament dominiert. Jeder Mensch besteht meist aus einer Mischung von verschiedenen dominierenden Elementen, Prinzipien. Daher ist die individuelle Behandlung stets wichtig. Nicht jeder Choleriker ist gleich, auch nicht jeder Phlegmatiker. Es gibt zB auch sogenannte zappelige Phlegmatiker, die zwar phlegmatisch sind , aber eher recht schlank sind und sehr hyperaktiv.

Ebenso kann man nie eine gewisse Erkrankung eines Cholerikers genauso behandeln wie die eines Sanguinikers , bloß weil es die selbe Diagnose ist. Stets muss der Grundboden der Erkrankung individuell betrachtet werden.

 Empfehlungen ersetzen keine individuelle Betrachtung von Patienten Um die beste präventive Begleitmaßnahme und Behandlung herauszufinden ist es wichtig Patienten persönlich zu betreuen.

Bei Fragen, freue ich mich über ihren Anruf!

(Graphiken oben:Canva Design)

Bild: Foto Bettina Krinner
Allgemein

Die menschliche Konstitution

Menschen haben von ihrer Geburt an eine gewisse Grundkonstitution, die viel über vererbte Eigenschaften, Symptom-Neigungen und Schwerpunkte verrät. In meiner Praxistätigkeit profitiere ich sehr von der Erkenntnis davon.

Es gibt drei verschiedene Grundkonstitutionen :


Die lymphatische Konstitution, die hämatogene Konstitution und die Mischkonstitution. Dies kann man über die Irisdiagnose gut feststellen.

Das Irisgewebe gehört zu den Bindegeweben. Durch die Feststellung der Konstitution und der – persönlich individuellen- dazugehörigen Disposition ist es möglich präventiv zu arbeiten und bevor überhaupt klinische Diagnosen festgelegt werden, können durch die Prävention die Manifestierung von bestimmten Symptomatiken unter Umständen verhindert werden. Manchmal zeigt sich die genetisch veranlagte Verankerung erst ab einem gewissen Alter. Vielleicht kennen Sie es ja selbst, dass plötzlich mit 35 oder 40 Jahren Allergiesymptome kommen. Gewisse Triggerfaktoren spielen da auch oft mit.

Lymphatische Konstitution

Von der lymphatischen Konstitution  reden wir wenn es um Menschen mit überwiegend blauen Augen geht. Die Farbe kann natürlich, je nachdem welche Pigmentverfärbungen dominieren, bis ins grüne gehen. Auch innerhalb der lymphatischen Konstitution gibt es verschiedene Typen. Aber grundsätzlich haben Lymphathiker es gerne mit Störungen im Lymphsystem zu tun.  Erkrankungstendenzen wären generell chronische Katarrhe mit Endzündungen, Schnupfen und Verschleimung in Nasennebenhöhlen, Stirnhöhlen. Mittelohrentzündungen, Bindehautentzündungen , Lungen-und Nierenerkrankungen. (Bild: Canva Design/Michael Morse von Pexels)

Hämatogene Konstitution

Von der Hämatogenen Konstitution reden wir wenn es um Menschen mit braunen Augen geht. Die Irisfarbe ist ein sattes braun. Die Leidensschwerpunkte solcher Patienten sind im hämatologischen Bereich. Also alles was mit dem Blut zu tun hat. Hiermit ist auch das Organ Milz betroffen. Die Milz ist nämlich auch für Blutabbau- und Mauserung zuständig. Je nach individuellem Typ, kann natürlich die Symptomatik anders und komplexer sein.
(Bild:Canva Design/Ivan-Balvan)

Mischkonstitutionen

Hier liegen die Schwerpunkte im Leber-Galle Bereich. Auch gerne Verhärtungen, Geschwüre , Myome, Polypen. Je nachdem ob der lympathische Anteil oder der hämatogene Anteil dominiert können die Schwerpunkte im Falle eines Ungleichgewichtes variieren. Hier vermischen sich auch gerne die Symptomneigungen beider Konstitutionen.

Dies ist aus der Irisdiagnose gut ersichtlich und so habe ich die Möglichkeit individuell zu behandeln. (Bild: Canva Design/Yuganov Konstantin)

Jede Konstitution ist nochmal individuell zu betrachten. Es können zB verschiedene Hämatogene Konstitutionen auch alle unterschiedlich sein in ihren Symptomen. Eine hämatogene Konstitution kann auch Allergien haben.
Pauschal kann man nie vorgehen!

Distanzierung zu gewissen Sichtweisen

Der strukturelle Rassismus ist ein trauriges und gefährliches Phänomen, welches leider nicht nur in Ämtern, Schulen, Unternehmen, therapeutischen Einrichtungen , in der Politik zu sehen ist. Auch in der Medizin begegnet es uns. Und es kann für gewisse Gruppen wie BiPoC und PoC zu einer richtigen Belastung werden.

Es ist ja traurig genug dass man das betonen muss.

Behördengänge, Wohnungs-und Jobsuche (welches für viele Menschen hier häufig kein Thema ist) können sich für sie als extrem schwierig gestalten.
Leider auch der Besuch in einer medizinischen Einrichtung.
Daraus resultieren chronische Stresssymptome, die sehr häufig auch nicht ernst genommen werden.

Was ich unbedingt ergänzen möchte:

Die Irisdiagnose ist ein wirklich wunderbares Mittel.

Aber Augenfarben, Hautfarben und Herkünfte automatisch in Verbindung zu setzen mit Diagnosen ist respektlos und achtlos.
Mein Ansatz sieht von einer Symptomdiagnostizierung über Ethnien und Herkünfte hinweg. (fatalerweise wird oft das Wort Rasse genannt. Auch die Wissenschaft kann mittlerweile beweisen, dass es keine Rassen gibt!)

Für mich ist wichtig herauszufinden , wo der Grund der Problematik liegt und wie ich behilflich sein kann. Und das erarbeite ich mir über eine umfangreiche Erstanamnese. Egal woher Patient*Innen stammen.
Ich höre auch immer wieder von gewissen Kreisen, dass eine Durchmischung gewisser Ethnien nicht gut sei , da man auch die Schwächen erben könnte! Es ist schon längst passiert, und ich sehe es als Bereicherung.


Die Naturheilkunde und auch Erfahrungsheilkunde bietet allgemein so wunderbare Entlastung, dass es einen besseren Platz verdient hat als Klassifizierungen damit zu betreiben.

(theoretische Quelle:Rehwinkel/Wehse „Augendiagnose“- Uslarer Kreis
-Friedemann Garvelmann: Humoralmedizinische Praxis, Band 1)

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Heilpraktiker*Innen, Seriosität und wichtige Funktion

Ich kommentiere gerne aktiv auf Social Media. Aber dann sieht man kurz mein Profil ein und was ich so mache. Nicht selten kommen Bemerkungen wie „Ah…Eine Heilpraktikerin! Und? Heute morgen schon Urin gegurgelt?“
Ich kommentiere nicht. Denn manchmal kann ich es tatsächlich nachvollziehen. Keine Frage, das Bild hat nach aussen deutlich gelitten die letzten Jahre.
Und manchmal muss ich gestehen dass ich auch mit so manchen Kolleg*Innen bisschen aneinandergerate.
Weil meine Motivation von Anfang an eine ganz andere war und immernoch ist.
Als Apothekerin muss ich ganz ehrlich sagen:
Ich habe diesen Beruf nicht erlernt, haufenweise Geld in die Ausbildung und Weiterbildungen investiert, über 500€ für die Prüfung bezahlt, damit ich gegen die Schulmedizin antreten darf.
Dass die Pharmaindustrie Lobbyismus betreibt, ist kein Geheimnis. Die Marktwirtschaft lebt von Konkurrenz und gewisse Institutionen des Gesundheitssystems werden darauf ausgerichtet. Das ist in der Tat ein großes Manko.
Fachkräftemangel, der Profit steht vor dem Menschen.
Das sind keine aufbauenden Entwicklungen.

Aber nun paar Gedanken dazu, warum man als HP keine Gegner*In der modernen Medizin und der Wissenschaft sein muss.



►Weil die lebenserhaltenden- und verlängernden Maßnahmen wirklich gut und wichtig sind! Was wären wir zB ohne Notfallmedizin und die Möglichkeit sich einer OP unterziehen lassen zu können. Oder Chemotherapien, die sorgfältig ausgesucht werden.
►Weil die moderne und ungezügelte Lebensweise einige Probleme birgt, die ganz ohne die moderne Medizin einfach nicht zu lösen sind. Was wären wir ohne ein Insulin oder auch andere Mittel, wenn doch die Lebensweise so unvernünftig ist. Auch die Lebensmittelindustrie ist hier nicht ausser Acht zu lassen mit ihrem großen Löwenanteil. Sie müssen sich nur manche Einkaufswägen im Superkarkt genauer ansehen und schon fällt etwas auf.
►Weil es Vorteile hat, mit der Ärzteschaft zu kommunizieren. Vor allem was den Patienten anbelangt.


Und nun zu den Vorteilen , die wir HP’s mit einbringen:



►In chronischen Verlaufsformen hat die aktuelle Gestaltung der Medizin und des Gesundheitssystems, so wunderbar die modernen Errungenschaften auch sind, leider auch Nachteile. Das ist vor allem der oft fehlende, ganzheitliche Blick. Die traditionelle Heilkunde zB sieht gewisse Konstitutionstypen in Patient*Innen und setzt gezielt auch bei den angeborenen Schwächen und Krankheitsneigungen an. Mit der Lebensführungsordnung , die entsprechende Schulung , individuelle Ernährungstipps für Patienten und was so alles eben dazugehört.
►Die moderne Lebens- und Ernährungsweise weist große Defizite auf. Wichtige Grundbausteine, Nährstoffe, die alleine für den alltäglichen Stoffwechsel schon wichtig sind, fehlen. Der Körper kann stellenweise nicht mal mehr richtig metabolisieren. Energiemangelsymptome häufen sich. Darmflorastörungen sind da immer mit dabei.
Es gibt die Möglichkeit dies unkompliziert zu beheben. Mängel können ohne Probleme mit Infusionen und Injektionen beseitigt werden.
►Wir können mit dem ganzheitlichen Blick begleitend behandeln. Wunderbare ausleitende Verfahren wie Schröpfen, Baunscheidt-Methoden, Neuraltherapien uvm entlasten den Körper immens!
►Massagen und sonstige manuellen Methoden bieten auch Berührung. Bei mir zB wird intensiv körperlich untersucht. Es wird abgetastet, abgeklopft, abgehorcht. Patient*Innen fühlen sich wahrgenommen. Sie können sich Zeit nehmen, erzählen.
►Verordnungen wie zB Teemischungen binden Patient*Innen aktiv mit ein. Oder auch die Einnahme von Tropfen/Tinkturen/Pulver. Das bewirkt, dass man mal inne hält und sich Zeit nimmt, sich spürt , ein Gefühl für sich entwickelt.

(Bild:Canva Design)



Ich finde dass wir HP’s das Gesundheitssystem sogar gut entlasten können.
Zeit wird’s dass unsere Leistungen mal anerkannt und auch mit übernommen werden sollten von Krankenkassen. Denn langfristig bietet bodenständige Naturheilkunde und aber auch Erfahrungsheilkunde Vorteile. Den Patienten geht es besser und das beeinflußt bestimmt auch ihre Produktivität, da die Vitalität ja deutlich steigt.

Nun, das sind sehr idealistische Gedankengänge. Aber wenn man sich die positiven Folgen langfristig ansieht, dann sollten sie ernstgenommen werden.
Dafür müssten sich glaube ich mehrere Seiten zusammensetzen, ein gewisses Feindbild ablegen und verhandeln wollen. Eigentlich ganz einfach aber dann wiederum doch nicht so leicht.

Wir werden sehen…

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Warum Medikation so unterschiedlich schnell wirken kann

►Haben Sie selbst Erfahrungen mit Behandlungen?

►Wundern Sie sich auch manchmal warum es ausgerechnet bei Ihnen nicht so schnell geht wie bei dem Bekannten oder bei der Bekannten?

►Die anderen schwärmen dass eine Teemischung gereicht hat und man selbst kauft ein Mittel nach dem anderen, obwohl es scheinbar die selben Symptome sind?

Es gibt paar wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem klassisch-medizinischen Bereich.
So ähnlich wie es „Türsteher und Rausschmeißer“ gibt in Party-Locations, so gibt es auch in unseren Zellen sogenannte Rausschmeißer, die durch bestimmte Gene gesteuert werden. Je nachdem welche Art von diesem Gen vorliegt, wirken also Medikamente entweder schneller oder weniger schnell.(Ergebnisse einer Studie einer Arbeitsgruppe der Berliner Humboldt-Universität in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Dr.-Margarete-Fischer-Bosch-Institut und dem Münchner Unternehmen Epidauros Biotechnology).

(Bild: Canva Design)

Wie sieht es in der Traditionellen Naturheilkunde aus?



Ob das Thema Behandlungsresistenz jetzt bei naturheilkundlichen Mitteln ähnlich funktioniert, kann ich Ihnen nicht sagen. Wenn dann eher im eher elementar-stofflichen, pflanzlichen Bereich würde ich sagen.
Ich erlebte allerdings bei zwei älteren Patientinnen ein interessantes Phänomen. Bei einer Patientin wirkte alles, was ich verabreichte, phänomenal schnell und gut; und das obwohl sie deutlich älter war. Bei der anderen Dame hingegen über einen viel längeren Zeitraum. Beide sind aus abendländischer Sicht ganz unterschiedliche Konstitutionen und Temperamente und ich ahnte natürlich schon warum das so war. Eine der Damen ist ein ausgesprochen sanguinisches Temperament und die andere Dame eher eine stark in die Melancholie geratene Cholerikerin. Obwohl bei der ersten Dame auch schon erste Züge der saturnalen Teile einer Melancholie zu erkennen waren, war die Reaktion recht gut.


Die Melancholiker*Innen oder auch Patient*Innen, die vom cholerischen Temperament in die Melancholie gerutscht sind, sind Patiententypen, die etwas schwieriger werden können und fordern viel Geduld. Da die Melancholie sehr trockene und kalte Eigenschaften mit sich bringt, haben wir es auch mit hartnäckigen Starre-Symptomatiken zu tun. Da denke ich gerne an die Milz-Thematik, aber eher als seelisch-geistigen Aspekt, da die Milz ja im Zeichen des Saturnes steht. Aber in der Tat kann man den Milz-Einfluß auch einwenig aus Laborwerten herauslesen. Es ist mir schon begegnet , dass „milzlastige“ Patient*Innen mit Blutmangelsymptomen zu tun haben obwohl zB Eisenwerte mit allen wichtigen Parametern völlig in Ordnung sind. Die roten Blutkörperchen sind allerdings gerne etwas niedriger. Die Milz hat ja auch mit dem Abbau-und der Lagerung von roten Blutkörperchen zu tun. Und oft kann man da eine „Stau-Thematik“ erkennen; vor allem irisdiagnostisch . So zeigen milzlastige und melancholisch geprägte Patient*Innen auf der seelisch-geistigen Ebene deutliche Anzeichen. Sie kennen bestimmt den Begriff „Spleenigkeit“ . Das trifft oft auf solche Patient*Innen zu. Aber auch körperlich „staut“ es eher. Man hat es mit Verhärtungen, Zysten, Wucherungen, Verknotungen uvm zu tun. Beispielsweise auch Myome. Das sind alles sehr hartnäckige Bereiche, die Zeit brauchen.
Auch die heilige Hildegard v. Bingen hatte dies erkannt und ordnete gerne kleine Aderlässe an, um das Ganze etwas zu „entstauen“ und die sogenannten Schwarzgallen (Melancholera) auszuleiten.

In meiner Praxis achte ich jedenfalls auf eine gute Befeuchtung dieser Patienten. Anschliessend helfen gute Bitterstoffe , um eine Grundwärme wieder herzustellen. Natürlich wird die Milz auch einwenig „entstaut“mit guten spagyrischen Präparaten.
Aber das erklärt zumindest aus abendländisch-heilkundlicher Sicht, warum manche Patienten so schwer auf Medikation ansprechen.

(Quellen:https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/medizin-gen-bestimmt-empfindlichkeit-fuer-arzneimittel-a-74954.html
-„Die Milz, das vergessene Organ“-Friedemann Garvelmann)
(Bild:Canva Design)

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„Viel trinken!“ Immer nur gut?

Jetzt steigen gerade wieder die Temperaturen und das Motto lautet wie immer:

„Viel trinken!“

Doch ist das immer uneingeschränkt gut? Das wollen wir jetzt einwenig hinterfragen.
Der Körper hat ganz gute ausgetüftelte Mechanismen, was den Flüssigkeitshaushalt anbelangt. Er schafft es, Stoffwechselprozesse so zu regulieren, sodass die Körpertemperatur unabhängig von der Aussentemperatur wird. Die Hautdurchblutung wird verstärkt und die Schweißsekretion steigt, damit übermäßige Wärme abgestrahlt werden kann. Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen jedoch haben es schwerer.

Was passiert bei einem Hitzschlag?

Zunächst steigt die Körpertemperatur auf über 40 Grad an. Krämpfe, ausbleibende Schweißabsonderung wegen dem Flüssigkeitsmangel, Müdigkeit, Schlafbedürfnis und Bewusstseinstrübung sind die Folgen. Sehr oft infolge von Überanstrengungen in feuchten und hitzigen Räumen. Besonders alte Menschen sind gefährdet.
Wir haben ein sehr wichtiges Hormon, welches den Wasser-und Mineralienhaushalt mitsteuert. Nämlich das Vasopressin. Wenn wir Flüssigkeit verlieren aber keine körperlich harte Arbeit oder Extremsport betreiben, sollten wir übertriebene Flüssigkeitsmengen vermeiden. Zusätzlich zu einer Trinkmenge von 1,5-2 Litern können noch ein halbes Liter Mineralwasser, Fruchtschorlen, aber auch alkoholfreies Bier getrunken werden. Also eher Flüssigkeiten, die Mineralien enthalten. Denn sonst hemmen wir das Vasopressin und es werden Mineralien ausgeschwemmt. Auch Cola ist ein Mythos! Der Phosphatgehalt ist nicht so förderlich für die Nierenfunktion. Somit sollten wir also mit dem Thema Flüssigkeitszufuhr auch achtsam umgehen, denn es ist nicht immer zutreffend dass man die Nieren damit spült und sich was gutes tut, je mehr man trinkt.

(Quelle: Praxis Magazin/11/2021)

Bilder: Canva Design


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Das Auge und ihre Funktion aus ganzheitlicher Sicht

Das Auge ist unser wichtigstes Sinnesorgan. Wir nehmen Umwelteindrücke- und Reize wahr. Die Funktionsweise ist einer Kamera sehr ähnlich. Bevor wir uns in komplizierte medizinisch-anatomische Details verlieren beschreibe ich lieber auf eine verständliche Weise kurz und bündig wie das Auge arbeitet.

Das Auge verständlich erklärt


Das Auge ist ein Hohlorgan. Es ist eingebettet in Fettgewebe und Bindegewebe; befindet sich in der Augenhöhle. Der Flüssigkeitsanteil ist sehr hoch. Es ist gleichzeitig umgeben von Muskeln. Die Pupille und die Bewegung der Irisblende des Auges wird gesteuert durch Muskeln. Das Licht muss durch die Pupille und die Linse durch und auf den Augenhintergrund fallen. Die einfallenden Reize aktivieren dann verschiedene Rezeptoren. Der Reiz wird über einen Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet. Es sollte im Idealfall die Flüssigkeit im Auge absolut klar sein. Es ist gut durchblutet; versorgt werden die Zellen aber durch Diffusion. Sonst würden Gefäße dem effektiven Sehprozess eher im Weg stehen. Erkrankungen wie die Makuladegeneration entstehen gerne, weil sich Eiweiße im Bindegewebe des Auges ablagern; die sogenannten Drusen.Das Auge besteht aus Bindegewebe und hier muss ein harmonisches Fließgleichgewicht vorhanden sein. Sonst wird die Flüssigkeit eher gelartig. Daher ist es nicht nur wichtig sehr viel Flüssigkeit zuzuführen. Auch eine gute Ernährung ist wichtig.

(Bild:Canva Design/ Ales-Mit; Getty Images)

Gute Ernährung? Ist nicht so schwer.

Mit weniger tierischen Massen-Produkten , dafür wenigem guten Fleisch und gutem Fisch. Den Löwenanteil sollte viel Obst und Gemüse ausmachen. Ebenso wichtig sind Samen wie Buchweizen, Amaranth, Hirse; Nüsse, Getreide wie der Hafer. Wie sie unschwer erkennen ist eine effektive Verdauung wichtig. Dafür ist ein gutes Kauen essentiell; der Kaumuskel setzt also den Stoffwechsel im Auge in Gang und fördert auch die Durchblutung. Selbst wenn Sie gerade nichts essen sollten, könnten Sie Kaubewegungen machen. Es kann Ihnen albern vorkommen, aber machen Sie es dennoch. Das gute Durchkauen von Nahrung ist wichtig für eine effektive Sezernierung der Verdauungssäfte . Besonders zu erwähnen sind hier die Bitterstoffe. Gerade im Frühjahr bietet auch die Natur in Mengen solche Kräuter. Gundermann, Günsel, Löwenzahn sprießen . Im Spätsommer die Schafgarbe uvm.
Der Leber-Bezug wird sowohl in der westlichen Heilkunde als auch in der TCM beachtet. Der Gallenblasenmeridian (Die Gallenblase ist der wichtigste Kooperationspartner der Leber ) entspringt ja am Augenwinkel. Zu einer guten Sehkraft gehört auch eine gut funktionierende Leber. Die für die Entgiftung nötigen Bausteine müssen wir also zufügen.
Carotinoide und Lutein bekommen wir gut aus dem ganzen Grüngemüse, Kohlsorten, Karotten. Wer eine ausgewogene Ernährung nicht schafft, muss zu Augenvitaminen greifen. Auch die ganzen dunkelroten Beeren sind wichtig, da sie wertvolle Anthocyane enthalten.

Kauen und Gymnastik fürs Auge ist wichtig!


Ja, es mag sein dass das Gemüse und das Obst an Nährwert verliert. Trotzdem sollten Sie regelmässig gedünstetes essen , auch mal zB Karotten kauen (mit guten Fetten) und nicht nur supplementieren.
Augengymnastik wie zB das Palmieren sind eine gute Ergänzung. Auch das bewusste Schielen und in die Ferne schauen oder einfach blinzeln helfen die Augenmuskeln zu stärken. Gähnen wird oft als etwas peinliches angesehen. Aber das Gähnen tut der Sehkraft gut! Unterdrücken sie es nicht.

Wie kann man in der Praxis helfen?

Wir können Abhilfe leisten, wenn der Darm noch nicht intakt ist und falls ein Defizit besteht die wertvollen Bausteine für die Enzyme der Leber vorerst per infusionem zufügen. Begleitend könne wir den Darm uns genauer vornehmen, Fehlbesiedelungen eliminieren , die Schleimhäute aufbauen und den Darm neu besiedeln. Gute ausleitende Methoden wie Baunscheidt, Schröpfen, Fußreflexzonenmassagen können auch Abhilfe leisten. Ich kann mit Ihnen auch eine individuell auf Ihre Konstitution angepasste Ernährung ausarbeiten.

Wenn Sie Fragen haben helfe ich Ihnen gerne!

Herzlichst

Öznur Acar

(Quellen: Sanum Post Nr 138
https://www.augentagesklinik-spreebogen.de/de/das-auge
Elvira Bierbach: Naturheilpraxis heute)

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Injektionen, Infusionen in der Naturheilkunde und ein idealistischer Gedanke am Ende

(Bild:Canva Design/Der_Baertige; Getty Images)

So mancher Mensch ist sehr abgeschreckt beim Thema Infusionen und Injektionen. Der primäre Gedanke ist: Krankenhaus, Notfall, chronische Krankheiten…
Doch immer mehr finden diese Methoden auch in der Naturheilkundepraxis halt. Auch wir nutzen es sehr gerne. Welche Vorteile haben diese Methoden? Warum injizieren wenn man doch Sachen oral einnehmen kann?
Es ist selbstverständlich für mich , dass wenn ich eine naturheilkundliche Empfehlung weitergebe dass der größte Teil oral einzunehmende Mittel sind. Für mich ist es auch sehr wichtig, den Betroffenen mit einzubinden ins Heilungsgeschehen, denn nur Sie selbst bewirken diese Heilung! Aber ich fahre eben gerne „zweigleisig“.
Naturheilkundler reden hier von Reaktionsstarren. Wenn Sie schon mal naturheilkundliche Sachen eingenommen haben und wenig bis gar keinen Erfolg hatten, dann werden Sie sicher verstehen was ich meine. Reaktionsstarren entstehen, wenn „das Faß irgendwann mal voll ist“. Was meine ich damit? Damit ist unter anderem auch die moderne Lebensweise gemeint. Umweltgifte; Fertigprodukte ohne Nährwert aber mit jede Menge unnützen Zusatzstoffen und vieles mehr.
Die körpereigenen Puffer-und Enzymsysteme können auf Dauer überlastet werden. Und das was der Körper aus diesem Grund nicht mehr ausscheiden kann, lagert er gerne im Bindegewebe ein. Es ist allerdings verblüffend zu sehen was der Körper alles aushalten kann. Er kann lange Zeit einiges stemmen. Doch irgendwann zeigen sich erste Symptome und man ist verwundert . Nun , in so einem Falle werden auch in unserer Heilkundepraxis Mittel verordnet die erstmal das Bindegewebe entlasten. Aber vorangeschlossene Kurz- Infusionen – idealerweise 1-2x pro Woche – mit naturheilkundlichen Mitteln , basischen Mineralien, für die Stoffwechsel-Enzyme wichtigen Cofaktoren , kurbeln das ganze nochmal an , und die oral einzunehmenden Mittel wirken auch effizienter.
Massive Nährstoffmängel – und da haben Sie richtig gehört, dass auch in unserer Wohlstandsgesellschaft da Defizite sind- können unkompliziert ausgeglichen werden.

Gerade weil das Thema gute Ernährung auf der Strecke bleibt und der Darm sehr darunter leidet, bieten Infusionen eine gute Möglichkeit den Magen-Darm Trakt zu umgehen und Nährstoffe auszugleichen. Bis durch richtige Maßnahmen der Verdauungstrakt regeneriert wird.
Es ist ein Paradoxon! Die Gesellschaft ist wohlhabender denn je, aber Nährstoffe fehlen. Gemüse und Obst hat stellenweise nicht den Nährwert wie ich es noch kenne von vor 35 Jahren aus Omas Garten. Und damals gab es diese Biozertifikate noch nicht einmal.
Und die Injektionen nutzen wir gerne in Form von Neuraltherapien. Hier können wir lokal Entlastung schaffen, indem an gewisse Triggerpunkte ein kleiner Reiz gesetzt wird; dafür muss man gar nicht so tief gehen. Unter die Haut genügt vollkommen. Vor allem wird dadurch die Lymphe wieder in den Fluß gebracht. Und eine starre, nicht mehr so gut fließende Lymphe ist ja eines der größten, verkannten Probleme, welches viele chronischen Leiden auch mitverursacht.

Was ist die langfristige Lösung?

Natürlich können wir nicht ständig nur supplementieren. Langfristig liegt die Lösung woanders. Vom Konsum weg; zurück zur Natur . Die Böden müssen sich verändern, die Artenvielfalt sich regenerieren. Idealerweise könnte Permakultur kultiviert werden. Das ist aber ein Ansatz der nicht nur ein Umdenken auf allen Ebenen erfordert und auch ein Verlassen der Komfortzone und der Bequemlichkeit. Es ist auch ein politisch brisantes Thema. Daher möchte ich es hier nicht so breittreten.

Die Bilder übrigens zeigen zwei verschiedenen Infuse. Eines geht durch die Vene und das andere über ihren Verdauungstrakt. Beides ist wichtig und beides hat seinen besonderen Platz. 
Immer wieder zu betonen:
Wir sehen uns stets als gute Ergänzung zu einer konventionell medizinischen Behandlung, falls Sie erforderlich sein sollte.

(Beitragsbild: Canva Design/Lifestock)