Warum Erschöpfung bei Frauen so oft übersehen wird

Die Blutwerte stimmen, aber du bist immernoch jeden Tag auf Sparflamme unterwegs.

Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du nicht allein, und du bildest dir nichts ein. Die aktuelle Forschung zu chronischer Erschöpfung bei Frauen zeigt gerade, wie viele blinde Flecken es in der Diagnostik noch gibt, und liefert gleichzeitig neue Ansatzpunkte, warum Frauenkörper hier eine eigene Betrachtung brauchen. Einfach nur der Stress und die Doppelbelastung alleine als Begründung ist etwas zu kurz gegriffen. Natürlich hat man bei der Frau diesen Aspekt auch, aber es ist nicht nur das.

Der Zusammenhang zwischen Wechseljahren und chronischer Erschöpfung

Im Mai 2026 veröffentlichte ein Forschungsteam der University of Salford (Humphreys et al.) eine Übersichtsarbeit, die erstmals systematisch untersucht hat, wie Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) und die Menopause zusammenhängen. Das Ergebnis war offensichtlich ernüchternd, denn Studien dazu gab es sehr wenige.

Was sich aber trotz der dünnen Studienlage klar zeigte:
Frauen mit ME/CFS berichteten deutlich häufiger von starken Regelschmerzen und -blutungen, Endometriose-Diagnosen und damit verbundenen Operationen als Frauen ohne die Erkrankung. Und viele Betroffene erlebten, dass sich ihre Erschöpfungssymptome mit Eintritt in die Wechseljahre verschlimmerten, subjektiv berichtet, aber konsistent genug, um aufzuhorchen.

Die Autor*innen ziehen daraus einen klaren Schluss, die gynäkologische Vorgeschichte gehört in jede Anamnese bei chronischer Erschöpfung, gerade weil sie in der bisherigen Forschung so stark vernachlässigt wurde.

Warum ein einzelner Bluttest zu kurz greift, die MELLOW-Studie

Parallel dazu läuft aktuell die MELLOW-Studie (ME/CFS + Long COVID Longitudinal Omics and Women’s Health), ein Forschungsprotokoll, das Anfang 2026 in npj Women’s Health veröffentlicht wurde. Ihr Ansatz ist deshalb bemerkenswert, weil sie zum ersten Mal nicht nur einen einzelnen Hormonwert an einem einzelnen Tag misst, sondern Hormonverläufe über den gesamten Menstruationszyklus und den Tagesrhythmus hinweg erfasst, bei Frauen im reproduktiven Alter mit ME/CFS, Long Covid und gesunden Kontrollen.

Im Zentrum stehen Cortisol, Aldosteron und DHEA, Hormone, die als schwankende endokrine Marker gelten und deren Zusammenspiel bislang kaum im zeitlichen Verlauf untersucht wurde. Die Grundannahme der Studie, weiblicher Körper bedeutet nicht nur andere Hormonwerte, sondern andere Rhythmen, in denen sich Erschöpfung zeigt.

Für die Praxis heißt das, eine punktuelle Momentaufnahme im Labor kann leicht ein völlig falsches Bild ergeben, wenn sie den Zyklus nicht mitdenkt.

Was ältere Forschung schon andeutete

Diese neuen Arbeiten stehen nicht im luftleeren Raum. Bereits 2011 zeigte eine Studie von Boneva und Kolleg*innen (Journal of Women’s Health), dass Frauen mit chronischem Fatigue-Syndrom in ihrer gynäkologischen Vorgeschichte auffällig häufiger von Beckenschmerzen, Endometriose und unregelmässigen Zyklen berichteten als Frauen ohne diese Symptomatiken. Diese ältere Studie wird in der neuen Salford-Studie von 2026 explizit als eine der wenigen bestehenden Arbeiten zu diesem Thema zitiert, ein Hinweis darauf, wie wenig sich in 15 Jahren an der Forschungslücke geändert hat.

Auch die Rolle der HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse) wurde 2024 in einem Übersichtsartikel (Zhang & Wang, Frontiers in Endocrinology) noch einmal zusammengefasst, mit dem Befund einer typischerweise abgeschwächten Cortisol-Tagesrhythmik und einer veränderten Stressantwort bei Menschen mit chronischer Erschöpfung.

Die Zahlen für Deutschland

Wie verbreitet ist das Problem überhaupt? Die RKI-Studie GEDA 2023 liefert hierzu die aktuellsten bevölkerungsbasierten Daten. Demnach liegt die Fatigue-Prävalenz bei Erwachsenen in Deutschland bei 29,7 Prozent, am höchsten bei den 18- bis 29-Jährigen. Frauen haben dabei ein signifikant höheres Risiko als Männer, ein um 19 Prozent erhöhtes relatives Risiko, unabhängig von Alter, Bildung, chronischen Erkrankungen oder Depressivität.

Was das für dich bedeutet

Diese Studienlage bestätigt etwas, das viele Frauen mit chronischer Erschöpfung längst am eigenen Körper spüren, Erschöpfung ist selten eine Frage eines einzelnen Laborwerts. Sie entsteht im Zusammenspiel aus Hormonachse, Zyklus, Nervensystem und oft auch gynäkologischer Vorgeschichte, die in der bisherigen Diagnostik kaum systematisch erfasst wird.

Genau deshalb lohnt sich ein Blick, der weiter geht als der Standardbefund.Der eben den Zyklus mit einbezieht, die HPA-Achse berücksichtigt und die individuelle Konstitution einbezieht. Das alte Wissen hat hier auch viel zu bieten und ergänzt die Thematik ganz wunderbar.

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Schreib mir dafür gerne einfach .


Quellen

Humphreys, G., Berry, E., Hayes, L.D., Jensen, S., Moodley, R., Gillman, J.C., Sanal-Hayes, N.E.M. (2026): Myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome and menopause: a scoping review. DOI: 10.1080/21641846.2026.2671625

Thomas, N., Huang, K., Schneider-Futschik, E.K. et al. (2026): A chronobiology-based protocol for multi-omic mapping of menstrual cycle and diurnal rhythms in ME/CFS and long COVID. npj Women’s Health, 4, Artikel 3. DOI: 10.1038/s44294-025-00120-9

Boneva, R.S., Maloney, E.M., Lin, J.-M., Jones, J.F., Wieser, F., Nater, U.M., Heim, C.M., Reeves, W.C. (2011): Gynecological History in Chronic Fatigue Syndrome: A Population-Based Case-Control Study. Journal of Women’s Health, 20(1), 21–28. DOI: 10.1089/jwh.2009.1900

Zhang, Y.-D., Wang, L.-N. (2024): Research progress in the treatment of chronic fatigue syndrome through interventions targeting the hypothalamus-pituitary-adrenal axis. Frontiers in Endocrinology, 15, Artikel 1373748. DOI: 10.3389/fendo.2024.1373748

Poethko-Müller, C., Schaffrath Rosario, A., Sarganas, G., Ordonez Cruickshank, A., Scheidt-Nave, C., Schlack, R. (2024): Fatigue in der Allgemeinbevölkerung: Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2023). Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. DOI: 10.1007/s00103-024-03950-1

Der Darm ist bei chronischer Erschöpfung kein Nebenschauplatz

Ich halte nichts davon, dem Darm überall die Schuld zu geben, das ist mir oft zu einfach. In vielen Fällen ist er nur ein Teil des Problems. Aber als zentraler Alchemist des Körpers und Sitz von 70-80% unserer Abwehrkräfte spielt er eben doch eine Schlüsselrolle. Auch beim Thema ME-CFS. Eine sehr interessante Studie bestätigt die Rolle des Darmes eben doch. Dazu weiter unten mehr!

Der Darm und die Bedeutung in den Traditionen der Heilkunde (Und Beispiele für Therapieansätze)

Der Darm spielt in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM) eine zentrale Rolle für die ganzheitliche Gesundheit. In beiden Systemen ist er nicht nur ein Verdauungsorgan, sondern ein entscheidender Faktor für das seelische und körperliche Wohlbefinden

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Wenn die Gehirn-Müllabfuhr bei Fatigue nicht mehr funktioniert

Erschöpfung hat etwas mit unserem Gehirn zu tun. Wir haben in unserem Gehirn eine „Müllabfuhr“, so wie wir es im Körper auch haben. Ganz gute und fein abgestimmte Mechanismen räumen in unserem Gehirn im Tiefschlaf auf. Forschungen zeigen dass bei einem CFS dieser Mechanismus nicht so optimal abläuft. Dafür gibt es verschiedene Thesen. Auf Diese möchte ich eingehen.

Das glymphatische System, das Müllabfuhr-Netzwerk deines Gehirns

Unser Gehirn hat ein eigenes Reinigungssystem, das sogenannte glymphatische System. Es wurde erst vor wenigen Jahren entdeckt und wird vor allem im Tiefschlaf aktiv. In dieser Phase weiten sich winzige Kanäle entlang der Blutgefäße, und Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) spült Stoffwechselabfälle, etwa ein Protein Namens Amyloid-Beta, aus dem Nervengewebe. Tagsüber, wenn wir wach sind, ist dieses System weitgehend inaktiv, deshalb ist erholsamer, tiefer Schlaf so entscheidend, und deshalb wirkt sich schlechter Schlaf so unmittelbar auf Kopf und Körper aus.

Was die neue Studie zeigt

In der aktuellen Untersuchung wurden 31 Menschen mit ME/CFS und 27 gesunde Kontrollpersonen per MRT untersucht. Das Ergebnis: Bei den ME/CFS-Patienten war die glymphatische Funktion messbar reduziert, besonders in der rechten Hirnhälfte. Die Forscher fanden zudem einen Zusammenhang zwischen dieser eingeschränkten „Müllabfuhr“ und dem Ausmaß von Schlafstörungen sowie kognitiven Problemen, also genau dem Brain Fog, von dem in meiner Praxis erzählt wird.

Das Besondere daran, zum ersten Mal lässt sich dieser Zusammenhang bildgebend, also objektiv messbar, darstellen. Bisher galt Brain Fog bei ME/CFS oft als rein subjektives Symptom, schwer greifbar für Außenstehende und manchmal sogar für Ärzt:innen. Eine MRT-Aufnahme, die eine reduzierte Drainage zeigt, verändert diese Wahrnehmung. Es gibt endlich mal einen messbaren, physiologischer Vorgang zum Thema CFS und dem Gehirn.

Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich um eine vorläufige Studie mit kleiner Stichprobe. Sie liefert erste, ernstzunehmende Hinweise, ist aber kein endgültiger Beweis. Weitere Forschung mit größeren Gruppen muss folgen. Genau das macht sie aber auch spannend, sie öffnet eine neue Perspektive auf ein Phänomen, das bisher schwer objektivierbar war.

Die „Stau“-Hypothese

Wenn die Drainage nicht funktioniert, insbesondere nach viralen Infekten wie bei Long-COVID, könnte sich also toxischer Abfall im zentralen Nervensystem anstauen. Das würde chronische, niedriggradige Entzündungen begünstigen, ein Mechanismus, der auch die gefürchtete Post-Exertional Malaise (PEM) erklären könnte, also die Verschlechterung der Symptome nach kleinster Belastung.

Was das für die Praxis bedeuten kann

Auch wenn die Forschung zu konkreten Therapien noch am Anfang steht, gibt es bereits Ansätze, die genau hier ansetzen, sanfte manuelle Lymphdrainage-Techniken sowie Thepaien wie zB Neuraltherapien, die entstauend wirken und den Liquorfluss , die Regeneration im Tiefschlaf unterstützen sollen. Das deckt sich mit dem, was ich in meiner Praxis immer wieder beobachte: Schlafqualität, Nervensystem-Regulation und Entzündungsreduktion sind zentrale Hebel bei chronischer Erschöpfung. Wer über Jahre im Sympathikus-Modus feststeckt, kommt gar nicht erst in die Tiefschlafphasen, in denen die Gehirnreinigung eigentlich stattfinden sollte, ein Teufelskreis, der sich selbst verstärkt.


Quelle: Thapaliya, K. et al. (2026). Disrupted glymphatic function and its relationship with sleep and cognitive impairment in ME/CFS assessed via DTI-ALPS. Frontiers in Neuroscience. DOI: 10.3389/fnins.2026.1875420

Wenn das PMS ein Erschöpfungs-Loch in deine Energiereserve reisst

Ein paar Tage vor der Periode fühlt sich bei vielen Frauen der Körper plötzlich so schwer an. Selbst alltägliche Aufgaben kosten plötzlich unnormal viel Überwindung, und das Gehirn läuft wie durch dichten Nebel. Man kann das tatsächlich einen kurzweiligen, zyklusbedingten Fatigue nennen. Doch warum ist das so? Schauen wir uns die Biochemie an.


Die Biochemie: Warum der Körper biologisch auf „Stand-by“ schaltet

Nach dem Eisprung stellt sich der Körper in der zweiten Zyklushälfte auf Hochtouren um. Findet keine Befruchtung statt, folgt ein biochemischer Sturzflug, der die Energiereserven bei vielen Betroffenen angreift.

1. Der hormonelle Entzug (Östrogen-Sturz)

In der ersten Zyklushälfte sorgt das Hormon Östrogen für einen echten Energieschub: Es verbessert die Sauerstoffaufnahme der Zellen und aktiviert den Stoffwechsel. Nach dem Eisprung sinkt der Östrogenspiegel jedoch drastisch. Für den Körper fühlt sich das an wie ein kalter Entzug. Ohne den hormonellen Rückenwind schaltet der Stoffwechsel plötzlich um.

2. Die Progesteron-Falle

Das dominierende Hormon der zweiten Zyklushälfte ist Progesteron. Grundsätzlich ist es ein tolles Hormon, denn es wirkt beruhigend und angstlösend. Doch wenn der Körper auf diesen Umschwung besonders empfindlich reagiert – wirkt Progesteron wie ein natürliches Schlafmittel. Es verlangsamt die Reaktionszeiten und sorgt für diese bleierne, sedierte Müdigkeit am helllichten Tag.

3. Der Serotonin-Mangel stört den Schlaf

Mit dem sinkenden Östrogenspiegel stürzt auch das Serotonin ab. Da Serotonin die Vorstufe für unser Schlafhormon Melatonin ist, gerät die nächtliche Regeneration aus dem Ruder. Viele Frauen schlafen vor den Tagen trotz extremer Müdigkeit schlechter ein, wachen häufiger auf oder haben weniger Tiefschlafphasen. Frauen wachen also morgens schon erschöpft auf.

4. Zellen im Energiemangel

Die hormonellen Schwankungen beeinflussen natürlich, wie die Zellen die Energie verarbeiten. Der Blutzuckerspiegel gerät in dieser Phase leichter ins Wanken. Es kommt zu schnellen Unterzuckerungen, die sich als plötzliche, akute Schwächeanfälle und Heißhungerattacken bemerkbar machen. Der Körper verlangt nach schneller Energie (Zucker), die das Tief nach einem kurzen Hoch aber nur noch verschlimmert. Vor allem bei Progesteronmangel in der Peri- oder Menopause.


Die seelische Dynamik

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ADHS,AuDHD bei Frauen und Erschöpfung-Ein Thema mit dringendem Aufklärungsbedarf

Erschöpft. Überfordert. Missverstanden. Und lange nicht gewusst warum

Jahrzehnte der Anpassung, des Funktionierens nach außen, der inneren Erschöpfung. Irgendwann, oft erst in den 30ern, 40ern oder rund um die Perimenopause, kommt eine Diagnose, die alles auf einmal erklärt: Autismus ,ADHS, oder beides kombiniert. Im englischsprachigen Raum abgekürzt als ADHS, AuDHD .

Eine aktuelle qualitative Studie von Emma Craddock (2024, veröffentlicht im Fachjournal Frontiers in Sociology) hat sich genau damit beschäftigt: Wie erleben spät diagnostizierte Frauen ihr Leben mit einer kombinierten Autismus-ADHS-Diagnose? Die Ergebnisse sind klinisch hochrelevant, und ich möchte sie dir heute erklären, denn sie betreffen viele Frauen, die wegen chronischer Erschöpfung zu mir kommen.


Was bedeutet AuDHD?

Seit 2013 ist es möglich, gleichzeitig Autismus und ADHS diagnostiziert zu bekommen. Vorher war das offiziell ausgeschlossen. Studien zeigen, dass 40 bis 70 Prozent der Menschen mit Autismus auch ADHS haben, und 20 bis 50 Prozent der Menschen mit ADHS auch autistische Züge aufweisen. Es handelt sich also nicht um eine Seltenheit, sondern um ein häufiges, lange übersehenes Muster.

Bei Frauen kommt hinzu, dass beide Diagnosen historisch auf der Basis männlicher Symptombilder entwickelt wurden. Die Forschung hat Frauen jahrzehntelang ausgeblendet. Das Ergebnis: Frauen mit AuDHD werden im Schnitt deutlich später diagnostiziert als Männer, wenn überhaupt.


Was die Studie zeigt

Craddock befragte sechs spät diagnostizierte AuDHD-Frauen im Alter von 34 bis 55 Jahren in langen qualitativen Interviews. Drei zentrale Erfahrungsmuster traten deutlich hervor.

1. Weiblichkeit und Neurotypizität gelten als untrennbar

Die Gesellschaft erwartet von Frauen ein hohes Maß an sozialer Anpassung, Einfühlungsvermögen und emotionaler Regulierung, also genau das, was für AuDHD-Frauen besonders herausfordernd ist. Weil viele Frauen diese Erwartungen durch enormen inneren Aufwand erfüllen (oder zu erfüllen scheinen), fällt die Neurodivergenz nicht auf. Sie werden nicht als „auffällig“ wahrgenommen, sondern als „komisch“, „empfindlich“ oder „schwierig“.

Das bedeutet: Das soziale Geschlechterbild schützt nicht vor den Auswirkungen von AuDHD. Es macht sie unsichtbar, und damit unbehandelt.

2. Maskieren hat einen hohen Preis

Maskieren (englisch: masking) bezeichnet die bewusste oder unbewusste Anpassung des eigenen Verhaltens an neurotypische Normen. Die Studie zeigt: Für AuDHD-Frauen ist Maskieren oft kein freiwilliges Werkzeug, sondern eine gelernte Überlebensstrategie.

Die Kosten sind enorm. Die Teilnehmerinnen berichteten von tiefer innerer Erschöpfung, Identitätsverlust und psychischen Folgeschäden. Und umgekehrt, wenn das Maskieren einmal nicht funktionierte oder nachließ, wurden sie sozial abgestraft: für Ehrlichkeit, für Direktheit, für das, was sie eigentlich sind.

Aus klinischer Sicht ist diese Form der chronischen Erschöpfung nicht mit allgemeinem Burnout gleichzusetzen. Sie hat eine spezifische neurobiologische und biographische Dimension, die in der Behandlung berücksichtigt werden muss.

3. Die Perimenopause als Kipppunkt

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Vücudun bir makine değil, o bir caz topluluğu

Hepimizin bildiği makine modeli

Vücut hakkında belirli bir anlayışla büyüdük: Onarılabilen, tek tek parçalardan oluşan bir cihaz. Yorgun musun? Demir eksikliğini gider. Tükenmişlik mi? Daha fazla uyu. Hormon seviyeleri düşük mü? Takviye et, bitti.

Bu makine düşüncesi bize elbette çok şey kazandırdı! Antibiyotikler, cerrahi, laboratuvar testleri gibi değerli, hayat kurtaran ve yaşamı sürdüren kazanımlar bunların başında geliyor. Ancak kronik süreçlerde farklı, daha bireysel bir bakış açısı gerekiyor. İbn-i Sina ve Paracelsus gibi eski bilgeler bunu zaten kavramıştı. Kronik yorgunlukta da bu modelin sınırlarına gelip dayanıyoruz. Çünkü yıllarca yorgun olan biri, çoğunlukla her şeyi „onarmış“ ama yine de daha iyi hissetmemiştir.

Yeni bilimin gösterdikleri

Moleküler biyolog Ewa Grzybowska bunu çok yerinde bir benzetmeyle ifade ediyor: Bir zamanlar hassas bir moleküler fabrika olarak düşünülen canlı hücre, aslında doğaçlama yapan bir caz grubu gibi davranıyor.

„Genler birer plan değil, hücreler tarafından sürekli yorumlanan metinlerdir.“

Bir gen, bir protein, bir işlev anlayışına dayanan eski dogma çoktan aşıldı. Proteinler şekillerini değiştirebilir, işlevlerini uyarlayabilir, hatta yapısız kalarak bile etki gösterebilir. İçsel olarak yapılandırılmamış proteinler (IDP’ler) kavramı bunu açıkça ortaya koyuyor: Esneklik sistemdeki bir hata değil, sistemin ta kendisi.

Epigenetik de bunu doğruluyor: Genler yalnızca okunmaz, çevre koşullarına, strese, uykuya, beslenmeye, duygusal duruma ve hatta atalarımızın yaşadığı deneyimlere göre yorumlanır.

Bu neden kronik yorgunluk için bu kadar önemli?

Kronik yorgunluk yaşayan biri nadiren yalnızca tek bir sorun taşır. Her şey birbirini etkiler: Oksidatif stres altındaki mitokondri, hassas bir denge içindeki hormonlar, bağışıklık sistemini her gün yeniden şekillendiren bağırsak mikrobiyomu, geçmiş yüklere tepki veren sinir sistemi ve kortizol eğrisi.

Yorgun bir vücut doğaçlama yapar. Enerjiyi yeniden dağıtır, hayatta kalmayı önceliklendirir, hayati olmayan her şeyi kısıtlar. Bu bir arıza değil, bir koruma tepkisidir.

Kronik yorgunluk, sistemin bir mesajıdır.

Bütünü anlamadan yalnızca tek tek parametreleri „onarmak“, vücudun zekasına karşı çalışmaktır, onunla değil.

Muayenehanemdeki yaklaşımım

İşte tam da bu yüzden Erschöpfung (Tükenme) Kliniğimde kontrol listesiyle değil, bütünsel tabloyla çalışıyorum.

Ortomoleküler tıbbı, hormon durumu değerlendirmesini, bağırsak tanısını ve infüzyon tedavisini, anayasa tıbbıyla (konstitüsyon tıbbı) birleştirerek kişiselleştirilmiş bir tedavi konsepti oluşturuyorum. Vücudun bir makine olmadığı gibi, standart bir onarım da söz konusu olamaz.

Kaynaklar & İleri Okuma

Grzybowska, E. A. (iai news, 2024): Organisms, not machines
Tompa, P. (2010): Structure and Function of Intrinsically Disordered Proteins
Carey, N. (2011): The Epigenetics Revolution

Dein Körper ist keine Maschine, er ist ein Jazz-Ensemble

Das Maschinenmodell, das wir alle kennen

Wir sind aufgewachsen mit einer bestimmten Vorstellung vom Körper: Ein Gerät mit Einzelteilen, das man reparieren kann.
Müde? Eisenmangel beheben. Erschöpft? Mehr schlafen. Hormonspiegel niedrig? Auffüllen und fertig.

Dieses Maschinendenken hat uns ja auch viel gebracht! Wertvolle, lebensrettende und erhaltende Errungenschaften wie zum Beispiel Antibiotika, Chirurgie, Labortests. Aber bei chronischen Verlaufsformen gehört eine andere Sicht, individuellere Sicht dazu. Alte Weise wie zB Avicenna, Paracelsus, erkannten das.
Auch bei chronischer Erschöpfung stößt es an seine Grenzen. Denn wer jahrelang erschöpft ist, hat meistens schon alles „reparieren“ lassen und sich trotzdem nicht besser gefühlt.

Was die neue Wissenschaft zeigt

Die Molekularbiologin Ewa Grzybowska bringt es treffend auf den Punkt: Die lebende Zelle, einst als präzise molekulare Fabrik gedacht, erweist sich als improvisierende Jazz-Kapelle.

„Gene sind keine Baupläne, sondern Texte, die von den Zellen fortlaufend interpretiert werden.“

Das alte Dogma, ein Gen, ein Protein, eine Funktion, ist längst überholt. Proteine können ihre Form wechseln, ihre Funktion anpassen, oder sogar strukturlos bleiben und trotzdem wirken. Das Konzept der intrinsisch unstrukturierten Proteine (IDPs) zeigt: Flexibilität ist kein Fehler im System, sie ist das System.

Auch die Epigenetik bestätigt: Gene werden nicht einfach abgelesen, sie werden interpretiert, je nach Umfeld, Stress, Schlaf, Ernährung, emotionalem Zustand und sogar gelebten Erfahrungen unserer Vorfahren.

Warum das auch für chronische Erschöpfung so wichtig ist

Wer unter chronischer Erschöpfung leidet, trägt selten nur ein einzelnes Problem. Es ist ein Zusammenspiel: Mitochondrien, die unter oxidativem Stress leiden. Hormone, die in einem fein abgestimmten Gleichgewicht stehen. Ein Darm-Mikrobiom, das das Immunsystem täglich mitgestaltet. Nervensystem und Cortisolkurve, die auf frühere Belastungen reagieren.

Ein Körper, der erschöpft ist, improvisiert. Er verschiebt Energie, priorisiert Überleben, drosselt alles Nicht-Essenzielle. Das ist keine Fehlfunktion, das ist eine Schutzreaktion.

Chronische Erschöpfung ist eine Botschaft des Systems.

Wenn wir nur einzelne Parameter „reparieren“, ohne das Gesamtsystem zu verstehen, arbeiten wir gegen die Intelligenz des Körpers, nicht mit ihr.

Mein Ansatz in der Praxis

Genau aus diesem Grund arbeite ich in der Praxis für Erschöpfung nicht mit Checklisten, sondern mit dem Gesamtbild.

Ich kombiniere orthomolekulare Medizin, Hormonstatus, Darmdiagnostik, Infusionstherapie mit der Konstitutionsmedizin zu einem individualisierten Behandlungskonzept. Weil Dein Körper keine Maschine ist, gibt es auch keine Standard-Reparatur.

Quellen & weiterführende Literatur

Grzybowska, E. A. (iai news, 2024): Organisms, not machines

Tompa, P. (2010): Structure and Function of Intrinsically Disordered Proteins

Carey, N. (2011): The Epigenetics Revolution

Erschöpfung ist selten allein

Über Komorbiditäten , die oft gemeinsam mit einer ME/CFS auftreten

Bei ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) und anderen Erschöpfungserkrankungen gibt es häufig eine Vielzahl von Begleiterkrankungen, sogenannte Komorbiditäten. Diese überschneiden sich in ihren Symptomen oft so stark, dass sie einzeln schwer zu erkennen sind. Genau deshalb ist ein integratives Arbeiten und interdisziplinäre, ganzheitliche Diagnostik so wichtig.

Denn wer nur das Symptom behandelt, verpasst die Ursache.

Die häufigsten Komorbiditäten bei chronischer Erschöpfung

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Fatique und chronische Müdigkeit-Nicht nur ein Krebs-Symptom!


Das Fatigue Syndrom ist ein unspezifischer Symptomenkomplex bestehend aus chronischer Müdigkeit, Energielosigkeit trotz ausreichend Schlaf; sehr oft einhergehend mit Kopf und Gliederschmerzen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Depressionen und stellenweise sogar Allergien. Krebspatienten leiden häufig darunter. Aber mittlerweile weiß man dass es nicht nur ein Krebs-Problem ist.

►Wussten Sie dass auch Frauen mit Myomen und Endometriose ähnliche Symptome schildern? 

Das wird sehr häufig verkannt. Endometriose z.B ist auch eine Erkrankung die sehr lange Zeit nicht wirklich diagnostiziert werden kann. Viele Frauen durchlaufen eine Odysee von Arztbesuchen, bis der Sache mal ein Name gegeben werden kann.

Die Ursachen sind hauptsächlich hormoneller Natur; also häufig Ungleichgewichte der Östrogen-Progesteron-Achse die eher zugunsten einer Östrogendominanz verschoben ist. Und das wird verstärkt durch die klassischen Phänomene der heutigen Zeit: Stress, Fehlernährung, hormonartig wirkende Zusatzstoffe im Alltag.

Aus traditionell heilkundlicher Sicht sind es oft auch Frauen die zu Stauungen im kleinen Becken neigen.
Selbst bei den schlankesten Frauen, die einen total flachen Bauch haben konnte ich solche Anschoppungen durch den Klopfschall raushören bei der Untersuchung.
► Sehr häufig ist auch das Gemüt betroffen. Schweregefühl, melancholische Zustände sind nicht selten.



►Es handelt sich u.a. um chronische Stauungen der Durchblutung im kleinen Becken. Dass die Schleimhaut der Gebärmutter auch bestimmte Einheiten besitzt, die wichtig für den Energiehaushalt sind, übersieht man häufig sehr gerne. Diese Einheiten nennen sich Mitochondrien. Es ist eben davon auszugehen dass einfach die Mitochondrien, die kleinen und wichtigsten Energiefabriken unseres Körpers nicht mehr leistungsfähig genug sind.

Grund sind chronische Schäden der Stoffwechselprozesse die in den Mitochondrien ablaufen. Zum Einen erklärt es sich auch durch die Verschlackung des Bindegewebes. Auch dies wird gerne als Mythos abgetan. Aber man kann es tasten. Ein weiteres Problem ist die fehlgeleitete Stoffwechsellage in diesen kleinen Powerfabriken und die Bildung von aggressiven Radikalen, die wiederum weiterhin Schäden verursachen.
Verdacht auf Tumoren ist selbstverständlich akut abklärungsbedürftig. Auch Myome müssen regelmässig beobachtet werden.


Ausleitung und Entgiftung- Aber mit System!


►Sehr schnell redet man von Entgiftung , von Übersäuerung und davon dass man die Ausleitung ankurbeln sollte. Handelt es sich allerdings um ausgesprochene Mangelsituationen, müssen erstmal die Enzymsysteme in den Mitochondrien entsprechend versorgt werden mit den wichtigen, die Zellatmung wieder herstellenden Cofaktoren, Mikronährstoffen.

Auch eine Entgiftung erfordert ein gewisses Energielevel. Hier muss ich auch nochmal verdeutlichen dass der Körper ja selbst auch ohnehin schon ununterbrochen entgiftet. Nur braucht er eben auch dafür regelmässig notwendige Bausteine.

🌹

Kleine kritische Anmerkung zum Nachdenken:
Gebärmutter heisst in altgriechisch Hystera. Man redet immernoch von Hysterektomie, wenn zB die Gebärmutter entfernt werden soll (Ein Eingriff der in manchen Fällen Sinn macht, wenn Lebensgefahr in Sicht ist. Sehr oft schießt man immernoch zu schnell.) Wenn eine Frau mit entsprechenden Beschwerden sich meldet, dann stempelt man sie immernoch gerne als hysterisch ab. In der Tat hat die historische Bezeichnung auch mit dem Gemütszustand der Hysterie zu tun. Auch wenn man immer mehr von dieser Bezeichnung absieht, weil es abwertend wirkt, wird man als Frau dennoch gerne abgewertet oder belächelt. Daher auch die schwere Diagnosestellung bei Erkrankungen wie Endometriose
. Das darf und muss sich ändern!

(Bild: CanvaDesign/ Fitzkes, Getty Images)


Und was kann man tun?


Falls Sie auch entsprechende Symptome haben sollten, die länger als ein halbes Jahr bestehen, dann sollten Sie unbedingt ärztlich abklären. Sollte keine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken, macht es Sinn therapeutischen Rat einzuholen. Es gibt vielerlei naturheilkundliche Möglichkeiten. Mängel können über ganzheitliche Blutanalysen herausgefunden und gezielt behoben werden. Wenn die Mängel behoben sind kann man die wichtigen Entgiftungsorgane- und Organsysteme wunderbar stützen.

🌹Die individuelle Konstitutionsanalyse ist sehr sinnvoll. So können wir die Thematik vorerst an der Basis unterstützen.

🌹Bei Myomen oder Stauungen im kleinen Becken kann man ganz gut neuraltherapeutisch unterstützen und die Hartnäckigkeit etwas mildern, denn wie bei allen Verhärtungen erfordern auch Myome etwas Geduld.

🌹Wie bereits erwähnt, befinden sich in der Gebärmutter auch Mitochondrien! Wir müssen unbedingt diese wichtigsten Energiefabriken aktivieren! Ich nutze da sehr gerne Infusionen, da es schnell und effizient hilft. Gerade wenn die Symptomatik so hartnäckig ist.

🌹Die hormonelle Sachlage könnten wir uns ansehen und daran arbeiten. Gute pflanzliche und erfahrungsheilkundliche Mittel , aber auch spagyrische Tinkturen, Teemischungen die zB Frauenmantel , Schafgarbe enthalten, helfen auch ganz wunderbar (gestagenartige Wirkweise!). Leider ist eine gravierende Folge auch die ungewollte Kinderlosigkeit. Auch bei dieser Thematik können wir positive Resultate erzielen.

🌹Der Darm muss unbedingt mitbearbeitet werden. Denn der Darm bestimmt das Hormongleichgewicht mit!

🌹Für das Nervensystem gibt es ganz gute Hilfsmittel wie Safranextrakt und Rosenwurz . Der Safran vor allem als Sonnenmittel, welches nicht nur die Sonne im Herzen wieder scheinen lässt sondern auch über die Bitterstoffe der Leber guttut.

Ernährung ist das A und O


🌹Was sie selbst auf jeden Fall tun können ist, die Ernährung umzustellen. Reduzieren sie tierische Nahrung und verzehren sie möglichst Gemüse und Obst. Gerade Kohlarten und alles was intensiv gefärbt ist sind wunderbare Basenbildner und gut für den Eisenhaushalt. Im Falle von Myomen weiß man dass die Monatsblutungen häufig intensiver sein können, was auch den Eisenhaushalt benachteiligt.

Übetriebenen Konsum von Milch- und Milchprodukten möglichst zu reduzieren wäre auch sehr wichtig, da Milchprodukte Wachstumsfaktoren für Kälber enthalten. Diese bewirken eher ein Wachstum von Myomen und Schokoladenzysten.

Greifen sie eher zu Kartoffeln als zu Nudeln und anderen Kohlehydraten. Bauen sie immer mehr besondere Gewürze in die Ernährung ein, wie zB Curcuma, Ingwer. Verzehren sie Nüsse.

Die Ernährung nach ihrer individuellen Konstitution auszurichten ist auch sehr wichtig!

Vergessen sie aber eines nicht:


Alles was wächst, das nährt! Alles was nicht wächst, hat keinen Nährwert



🌹Sanft zu sich selbst zu sein.
Selbstfürsorge ist wichtig! Oft in die Natur, in den Wald zu gehen tut gut, denn im Wald riecht man die angenehmen Duftstoffe, die sich auch positiv auf die Hormone und das Gemüt auswirken.


Denken sie daran dass Erkrankungen wie zB Krebs eine sehr lange Vorlaufphase haben und unter Umständen Jahre oder Jahrzehnte vorher schon beginnen! Übernehmen sie Verantwortung für sich und ihre Gesundheit.
Ich helfe Ihnen gerne.


Quellen:
-deutsche-fatique-gesellschaft.de
-docchekflexicon.de

Beitragsbild: CanvaDesign/Tadamichi, Getty Images

Die Baunscheidtmethode-Unterstützung bei chronischen Leiden

Als der Ingenieur Carl Baunscheidt im Jahre 1828 im Alter von 36 Jahren in seinem Garten einschlief und ihn die Mücken recht gemein gestochen hatten, stellte er fest, dass seine ( durch eine Gicht bedingten) rheumatischen Leiden sich durch die Stiche der Mücken besserten. Er fühlte sich, auch im Bezug zur TCM, in seiner Idee bestätigt, das westliche Pendant zur Akupunktur zu entwickeln:
Die Baunscheidt Methode.
Er hatte recht, denn die künstliche Entzündung, die durch den Mückenstich verursacht wurde, besserte die Symptome der chronischen Entzündung! In seinem Falle eben die Entzündung, die durch seine Gicht verursacht wurde.

Alte Verfahren neu entdeckt!


Das Wissen um die heilsame Wirkung von ausleitenden Verfahren ist deutlich älter. Hippokrates, Galen v. Pergamon und Avicenna sind bekannte, altertümliche Vertreter.
Herr Baunscheidt erfuhr die Effizienz dieser Methoden sozusagen am eigenen Leib durch einen Zufall. Die Methode geriet jedoch eine Weile in Vergessenheit.
Ein österreichischer Arzt namens Aschner holte das Wissen wieder hervor und entwickelte es weiter. Es ist ein wichtiges ausleitendes Verfahren der Naturheilkunde und gehört zu den sogenannten Aschner Verfahren.

Reize als leicht provokative Antreiber!


▶In der klassischen Naturheilkunde sind Reize sehr wichtig. Man setzt einen Reiz um den Körper aus der Starre herauszuholen und bringt die Symptomatik aus dem Zustand der „Deckelung“ heraus. Die Erstreaktion fällt oft entsprechend gewöhnungsbedürftig aus, ist aber ein sehr gutes Zeichen. Und im Nachgang empfinden es Patienten als sehr angenehm, denn sie spüren regelrecht dass etwas vorangeht.

▶Die Ausleitung über die Haut ist besonders wichtig, da die Haut auch Verbindungen zu inneren Organen hat! Wenn der Körper überlastet ist, lagert er gerne das was er nicht mehr aus dem Körper schaffen kann, im Bindegewebe ab. Durch den gezielt gesetzten Reiz und die Nutzung der Verbindung der Haut zu inneren Organen, können wir den Körper dazu bringen, Stoffwechselendprodukte über die Haut loszuwerden.

▶Benutzt wird im Baunscheidt-Verfahren ein Nadel-Gerät, der sogenannte „Lebenswecker“ (und in der Tat; so wirkt diese Methode auch!).
Heute benutzen wir gerne Einmal-Baunscheidt-Köpfe, da die Sterilisierung eines Mehrweg-Baunscheidtkopfes doch recht aufwendig ist.
Das ganze wurde weiterentwickelt und es kam ein Baunscheidt-Öl dazu.
Das Öl enthält u.a. Histamin und zusätzlich noch belebende und durchblutungsfördernde ätherische Öle.

▶Am Rücken befinden sich Zonen- sogenannte Dermatome, die sensibel innerviert sind und mit entsprechenden Organen und Systemen in Verbindung stehen. So sticht man recht rasch diese Zonen durch und trägt anschliessend das Baunscheidtöl auf. Das Öl erzeugt eine künstliche Endzündung und es bilden sich Quaddeln, womit einiges aktiviert wird und Schlackenstoffe ausgeleitet. So wie eine Brennessel es auf unserer Haut tut. Das kann ein bis zwei Tage anhalten und wenn wir schwitzen oder duschen sich als Juckreiz bemerkbar machen. Was ein Zeichen dafür  ist, dass es „arbeitet“.

💎Eingesetzt wird das Verfahren erfolgreich z.B. bei:

  • Migräne
  • Lumbalgie, Ischialgie, Kreuzschmerz
  • Chronische Sehnenentzündungen wie z.B Tennisarm, Schulter- Armsyndrom, Achillessehnenentzündung, aber auch beim Fersensporn
  • Muskelschmerzen , Muskelverhärtungen
  • funktionelle Beschwerden (zum Beispiel funktionelle Herzbeschwerden)
  • Verdauungsstörungen (zum Beispiel chronische Verstopfung, Reizmagen, Gastritis)
  • Abwehrschwäche und chronische Infekte (zum Beispiel rezidivierende Bronchitis). Vor allem weil auch das Lymphsystem aktiviert wird.
  • akute und chronische Entzündungen (zum Beispiel Gicht, Rheuma)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (zum Beispiel Arthrose)
  • Chronische Sehnenentzündungen, Tennisarm, sowie Schulter-Armsyndrom, Achillessehnenentzündung, aber auch Fersensporn
  • hormonellen Störungen. u.a. auch Regelstörungen der Frau.

▶Es lässt sich auch lokal, zB am Knie oder am Arm , anwenden.

Auch ich wende es gerne an in meiner Praxistätigkeit.

Kontrainiziert ist es bei Allergien auf eines der Inhaltstoffe im Öl. Die Baunscheidt-Therapie sollte auch nicht auf bereits bestehenden Entzündungen , Muttermale und Narben sowie akute Hautkrankheiten und -Infektionen angewendet werden. Auch bei  Fieber oder Autoimmunerkrankungen und bei Kinder unter zehn Jahren dürfen ebenfalls keine Behandlung nach Baunscheidt erfolgen. Was auch wichtig ist: Reiztherapien setzt man nur wenn der/die Patient/In auch über ausreichend Kraft verfügt, auf den Reiz adäquat zu reagieren. Daher sollten Patienten, die zB eher im Mangelzustand sind, erst aufgebaut werden, bevor im größeren Umfang zB Baunscheidt Behandlungen durchgeführt werden.

Diese Punkte werden in einem ausführlichen Vorgespräch geklärt.
Bei Fragen helfe ich ihnen gerne.

Öznur Acar

(Quelle: Kurs ZfN Aschnerverfahren
Paracelsusmagazin, Ausgabe 1/2020)
(Bild: Canva Design)

Praxis für Erschöpfung| Heilpraktikerin-Apothekerin Öznur Acar

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