Wenn das PMS ein Erschöpfungs-Loch in deine Energiereserve reisst

Unmade bed with blue blanket and white pillows in dimly lit room

Ein paar Tage vor der Periode fühlt sich bei vielen Frauen der Körper plötzlich so schwer an. Selbst alltägliche Aufgaben kosten plötzlich unnormal viel Überwindung, und das Gehirn läuft wie durch dichten Nebel. Man kann das tatsächlich einen kurzweiligen, zyklusbedingten Fatigue nennen. Doch warum ist das so? Schauen wir uns die Biochemie an.


Die Biochemie: Warum der Körper biologisch auf „Stand-by“ schaltet

Nach dem Eisprung stellt sich der Körper in der zweiten Zyklushälfte auf Hochtouren um. Findet keine Befruchtung statt, folgt ein biochemischer Sturzflug, der die Energiereserven bei vielen Betroffenen angreift.

1. Der hormonelle Entzug (Östrogen-Sturz)

In der ersten Zyklushälfte sorgt das Hormon Östrogen für einen echten Energieschub: Es verbessert die Sauerstoffaufnahme der Zellen und aktiviert den Stoffwechsel. Nach dem Eisprung sinkt der Östrogenspiegel jedoch drastisch. Für den Körper fühlt sich das an wie ein kalter Entzug. Ohne den hormonellen Rückenwind schaltet der Stoffwechsel plötzlich um.

2. Die Progesteron-Falle

Das dominierende Hormon der zweiten Zyklushälfte ist Progesteron. Grundsätzlich ist es ein tolles Hormon, denn es wirkt beruhigend und angstlösend. Doch wenn der Körper auf diesen Umschwung besonders empfindlich reagiert – wirkt Progesteron wie ein natürliches Schlafmittel. Es verlangsamt die Reaktionszeiten und sorgt für diese bleierne, sedierte Müdigkeit am helllichten Tag.

3. Der Serotonin-Mangel stört den Schlaf

Mit dem sinkenden Östrogenspiegel stürzt auch das Serotonin ab. Da Serotonin die Vorstufe für unser Schlafhormon Melatonin ist, gerät die nächtliche Regeneration aus dem Ruder. Viele Frauen schlafen vor den Tagen trotz extremer Müdigkeit schlechter ein, wachen häufiger auf oder haben weniger Tiefschlafphasen. Frauen wachen also morgens schon erschöpft auf.

4. Zellen im Energiemangel

Die hormonellen Schwankungen beeinflussen natürlich, wie die Zellen die Energie verarbeiten. Der Blutzuckerspiegel gerät in dieser Phase leichter ins Wanken. Es kommt zu schnellen Unterzuckerungen, die sich als plötzliche, akute Schwächeanfälle und Heißhungerattacken bemerkbar machen. Der Körper verlangt nach schneller Energie (Zucker), die das Tief nach einem kurzen Hoch aber nur noch verschlimmert. Vor allem bei Progesteronmangel in der Peri- oder Menopause.


Die seelische Dynamik

Abonnieren, um weiterzulesen

Werde ein zahlender Abonnent, um Zugriff auf den Rest dieses Beitrags und weitere exklusive Inhalte für Abonnenten zu erhalten.

Veröffentlicht von Öznur Acar

Heilpraktikerin und Apothekerin, die nach Berufserfahrungen in der öffentlichen Apotheke, die Heilkunde als Leidenschaft entdeckt hat und aus ganzem Herzen lebt. Ich sehe meine Tätigkeit als Heilkunst.