Allgemein

Die Leber- unsere wichtigste Biochemiefabrik

Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“, sagt man doch so schön zutreffend. In der Tat hat sie einiges an Aufgaben zu bewerkstelligen. Werfen wir doch zuerst mal einen Blick auf diese Aufgaben; anschliessend erzähle ich Ihnen gerne mehr über die anderen Aspekte der Leber und die traditionell-naturheilkundliche Sicht dazu. Auch wenn es trocken wirkt, lohnt es sich mal einen Blick darauf zu werfen:

  • Cholesterinsynthese, die Synthese von körpereigenen Fetten (-> aus Fettsäuren+Glukose. Wir brauchen definitiv den Zucker! Aber ich muss Ihnen die Illusion nehmen, dass dafür unbedingt der raffinierte Zucker notwendig ist! Ein gesunder Stoffwechsel kann sich den nötigen Zucker aus einer ausgewogenen Ernährung selbst herausholen. Ein gesunder Darm kann das ganz alleine). (In die passende Transportform werden die Fette über Darmzellen gebracht; damit sie über Lymphe oder Blut besser transportiert und in Zellen aufgenommen werden kann)

-> Bitte beachten Sie: Cholesterin ist ein wichtiger Grundbaustein für sämtliche Hormone, Vit. D und wichtiger Zellbestandteil. Deswegen haben essgestörte Frauen (vor allem bei Magersucht) teilweise Hormonwerte von einer 80 Jährigen!

  • Die Umwandlung von Vitamin D in die Speicher- und Transportform.
  • Speicherung von Glukose in Form von Glykogen. (Das Hormon Glukagon-> Freisetzung von Glukose. Das Hormon Insulin-> Aufnahme von Glukose. Je nach Sachlage steuern diese beiden Hormone unseren Zuckerhaushalt)
  • Die Synthese wichtiger Proteine.(zB Abwehrproteine, Blutkörperchen uvm. Proteine sind alles!)
  • Wichtig für die Eisenspeicherung und Freisetzung von Eisen.

(Bild: Canva Design/Hank Grebe; Getty Images)

Erkennen sie jetzt , warum es wichtig ist, in jeder Lebenssituation auf die Leber zu achten?

Nun zur abendländischen Sicht…


Die Leber ist nicht nur die wichtigste Alchemist*In unseres Körpers, sondern sie ist auch ein Wahrzeichen für Erweiterung, Wachstum, alte Ufer verlassen und auf Neue zusteuern.
Alchimisten sind sogenannte „Umwandler“. So wandelt neben Magen und Nieren auch die Leber Stoffe um in Bausteine oder baut nicht mehr benötigte Bausteine wieder ab und macht sie „ausscheidungfähig„. (Auf dem Bild sehen Sie einen richtigen, altertümlichen Alchemisten.)
Laut der alten Heilkunde liefert die Leber dem Herzen (die Sonne)  und auch den Augen (ebenfalls durch das Sonnenprinzip verkörpert)  Energie. Auf seelischer Ebene hat sie mit Abgrenzung, zu sich stehen , NEIN sagen zu tun. Sie ist das Organ der natürlichen Autorität, die Sie haben ohne Macht oder Gewalt ausüben zu müssen. Sie spielt eine Rolle in der Findung der gesunden Mitte. 
Sie ist auch wesentlich beim Thema Wut, Ärger und Aggression. Wut und Aggression werden oft als schlecht hingestellt. Sie können, wenn wir sie gekonnt kanalisieren, unser Wachstum und unsere Entwicklung fördern. Uns neue Chancen öffnen. Wenn wir sie nicht gekonnt kanalisieren, versackt es , zerstört uns selbst.
Gleichzeitig hat die Leber auch mit  Depression  und Lethargie zu tun. Hier wäre eine Stärkung , Aktivierung angesagt. (doch Vorsicht bei lange andauernden endogenen Depressionen! Unbedingt abklären)
Doch es ist manchmal etwas komplexer; denn sie steht auch-neben der Gallenblase, in enger Verbindung zur Milz.
Diese beiden befinden sich sogar im regen Austausch. Organisch gesehen ist die Milz ein für die Abwehr wichtiges Organ. Sie baut alte Blutkörperchen ab und sorgt für Druckausgleich im Bauchraum. Die Leber wird mit Blut versorgt. Auch die Magensäure wird aktiviert. Die Milz ist ja auch dasjenige Organ welches das saturnale Prinzip verkörpert, die Melancholie…(Die Leber hingegen steht im Zeichen des Jupiter. Unsere Organe kann man fast wie in einem Planetensystem einorden)

(Bild: Canva Design/Aluxum; Getty Images)

Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit. Besonders wenn sie nachts zwischen 01.00 und 03.00h aufwachen ist an die Leber zu denken.

Die Belastung, mit der unser wichtigster Alchimist zu kämpfen hat , nimmt heute Ausmaße an, die wir uns schon nicht mehr vorstellen können. Ein großer Teil der Menschen zB ist nie wirklich hungrig.
Auch Gesundes kann für die Leber zu viel werden. Drum ist es so wichtig sie einfach mal zur Ruhe kommen zu lassen. Die Leber braucht auch Ruhephasen.
Lassen sie mal ihren Verdauungapparat so weit in Ruhe bis sie wirklichen Hunger verspüren.
Lassen sie sich wirklich mal darauf ein; Sie werden merken wie gut es ihnen tun wird und wie klar sie im Kopf werden.
Mehr Bitterstoffe sind auf jeden Fall förderlich.

Bedenken Sie, dass der beste Schutz für Sie und Ihre Gesundheit, die Senkung der Insulinresistenz ist. Auch vor neurodegenerativen Erkrankungen wie zB Alzheimer, Parkinson.

Es gibt sehr wirkungsvolle Verfahren, die ich auch in meiner Praxistätigkeit anwende, um zB ein überlastetes Leber-Galle-System zu entlasten oder zu stärken. Auch die Emotionen können wir uns ansehen, indem wir Ihre Konstitution und Ihr Temperament dazu bestimmen.

(Bild: Canva Design/Natalie_Mis; Getty Images)

Bei Fragen stehe ich ihnen gerne zur Verfügung

Herzlichst

Öznur Acar

(Quellen:https://www.medizin-kompakt.de/fettstoffwechsel-der-leber
https://flexikon.doccheck.com/de/Leber
https://www.fettlebercoach.de/fettleber/allgemeines-zur-leber/der-zuckerstoffwechsel-und-die-leber/
https://kompetenz-statt-demenz.dsgip.de/was-ist-demenz/ursachen/insulinresistenz/
(Beitragsbild: Canva Design/ Science Photo library)

Hormone

Was sind Hormone und wie funktionieren sie?

Hormone…
Disharmonien um geringste Mengeneinheiten reichen aus und schon platzt man aus allen Nähten. Doch was verbirgt sich hinter diesen bemerkenswerten Molekülen?
Gehen wir der Sache bischen näher auf den Grund. Und falls Sie betroffen sein sollten von hormonellen Störungen wird Ihnen dann auch sicherlich einleuchten warum hormonelle Störungen sehr oft einfach Zeit benötigen.
Wenn man Hormone definieren müsste, können wir sagen dass es sich um biochemische Botenstoffe handelt. Je nachdem wie diese Moleküle ihren Zielort erlangen, gibt es unterschiedlich wirkende Hormone. Manche Hormone wirken direkt auf die freisetzende Zelle.. Manche in unmittelbarer Nähe des Freisetzungsortes und andere wiederum werden über das Blut transportiert an den Wirkort. Die Wirkung der Hormone beruht auf ein Schlüssel-Schloss-Prinzip. Das bedeutet dass Hormone an Rezeptoren andocken, die genau auf bestimmte Hormonmoleküle zugeschnitten sind. Aber jetzt erstmal ein kurzer theoretischer Einblick in die Welt der Hormone.

(Bild:Pixabay.com)

Endokrine Hormone:

Diese werden in Drüsenorganen produziert und erreichen den Wirkort über die Blutbahn. Wie zB die Schilddrüsenhormone, Sexualhormone, Stresshormone. Die Freisetzung unterliegt einem gewissen Biorhythmus.
Gesteuert und reguliert wird die Synthese von den Hirnanhangdrüsen; je nachdem wie die Konzentration im Blut ist, wird an die entsprechende Drüse das Signal gegeben. Stresshormone wie zB Adrenalin, werden nicht nur über das Blut freigegeben; sie wirken auch blitzschnell über Nervenendigungen.Beim Cortisol hingegen ist es anders. Wenn wir Stress haben, wird es über Nervenbahnen an die Schaltzentralen des Gehirnes weitergeleitet und entsprechend ausgeschüttet.
Stresshormone werden in den Nebennieren produziert.

Parakrine Hormone:

Ich werde hier eher weniger detailiert eingehen, da ich mich in diesem Blog eher auf die endokrinen Hormone -und davon eher die Sexualhormone und Schilddrüsenhormone-konzentrieren möchte. Aber zu erwähnen wären sie . Das wären Gewebshormone und Botenstoffe, die bei Entzündungen sezerniert werden. Der Ihnen bekannteste Vertreter wäre das Histamin. (Histamin scheint übrigens auch eine große Rolle bei Reizdarm zu spielen! Wenn Sie also dahingehend Probleme haben sollten-> gerne anfragen!)

Was belastet unser hormonelles System?

Leider bietet unsere moderne Lebenweise sehr viel , um unser hormonelles System durcheinander zu bringen. Stress z.B. verbraucht viel Grundbausteine für die Synthese unserer Hormone. Die Nebennierenrinde wird auch noch belastet. Gestörtes Körpermilieu, Übersäuerungen, Darmflorastörungen spielen auch noch mit. Auch die Ernährungs- und Lebensweise, die eben nicht mehr wirklich „nährend“ ist. Dann kommen noch die hormonartig wirkenden Substanzen in Kosmetika, und Plastik hinzu. Nicht selten entstehen da Östrogen Dominanzen.
Der Stress schadet übrigens auf Dauer auch Ihrer Schilddrüse! Denn die Grundbausteine werden- wie oben bereits erwähnt- für die Synthese der Stresshormone verwendet statt für die Schilddrüsenhormonsynthese.

Was können Sie tun?

Ganz einfach.
Sie werden es nicht mehr hören können aber, es ist leider Fakt.
Mehr kochen, weniger Fertigprodukte.
Selber machen statt kaufen.
Wir müssen vom Konsum weg hin zur Produktivität!
Das schafft auf Dauer Zufriedenheit. Es fordert unsere Komfortzone heraus, die Bequemlichkeiten müssen aufgegeben werden. Aber es lohnt sich! Sie werden sehen dass sie auch wieder neue neuronale Bahnen bilden werden auf dem Weg zur Überlegung, wie Sie Ihr Leben nachhaltiger, ausgeglichener, gesünder gestalten können.

Wenn es hartnäckig ist…

…dann fragen Sie mich gerne. Es gibt wunderbare Möglichkeiten der Naturheilkunde, hormonelle Dysbalancen auszugleichen!Wenn die Aminosäurebausteine fehlen , können wir dies sehr gut mit Infusionen ergänzen.
Sie dürfen eben auch nicht vergessen , dass viele Schaltzentralen im Körper eine Rolle spielen. Es heisst auch Hirnanhangdrüsen-Schilddrüsen-Nebennieren-Darm-Achse. Und diese sind auf sehr komplexe Weise miteinander verknüpft, sodass eine Harmonisierung Zeit benötigt.
Die Leber hat hier auch eine große Rolle. Letzten Endes bildet sie ja das Cholesterin; den Grundbaustein aller Hormone! (Deshalb haben zB magersüchtige Menschen eben auch kaum mehr Hormone, obwohl sie noch im zarten jugendlichen Alter sind! Auch die sich immer mehr häufenden Essstörungen müssen beachtet werden.) All diese komplexen Vorgänge machen unser hormonelles System so einzigartig. In meiner Praxis binde ich dann auch gerne die traditionell heilkundlichen Aspekte mit ein. So kann ich Ihnen ein umfangreiches Paket anbieten mit einer guten Betreuung .

(Quellen: -Natur Und Heilen Nr 17
-Planet Wissen: Geschlechtshormone
-Elvira Bierbach: Naturheilkunde heute)

Allgemein, Darmgesundheit

Bitter ist das neue süß

Bei Bitterkräutern fällt mir erst immer die Schafgarbe ein. Schon der Pater Kneipp bezeichnete sie als pragmatische Heilpflanze. Geschätzt hat er diese Pflanze in ihrer vermittelnden Funktion. Jede Mischung soll besser wirken, wenn die Schafgarbe drinnen ist. Auch die Heilige Hildegard von Bingen wusste von den vielseitigen Wirkungen. Vor allem die heilende Wirkung auf Wunden; ob es nun seelische oder körperliche Wunden sind.
Die Schafgarbe hat vielerlei Wirkungen. Vor allem die Wirkung auf den Verdauungstrakt , die wir auf die wertvollen Bitterstoffe zurückführen können.
Allerdings haben Bitterstoffe keine große Beliebtheit in der Nahrungsmittelindustrie.
Besonders bedauernswert ist dass die Nahrungsmittelindustrie Bitterstoffe sogar aus gewissem Gemüse rauszüchten lässt. Unsere Geschmacksknospen werden nur auf süß und salzig eingestellt. Die wichtige Wirkung von bitteren Stoffen über die Mundschleimheit fällt leider immer öfter weg.

(Bild:Canva Design)


Bitter macht klar und munter!


Auch ich muss im Laufe meiner Praxis-Erfahrungen feststellen, dass viele Patienten sich querstellen und die Compliance – was die Einnahme von Bitterstoffen anbelangt- dadurch sinkt. Dabei sind Bitterstoffe ein Segen! Sie aktivieren die Verdauung, indem sie auf entsprechende Organe wie zB Magen, Leber, Galle, Pankreas wirken. Die wichtigen Verdauungssäfte werden reguliert und die Aufnahme wichtiger Nährstoffe optimiert.Die Schleimhäute des Magen- Darm -Traktes werden gepflegt. Übermässiger Schleim wird ausgeleitet, die Lymphe verflüssigt sich. Und ein sehr guter Nebeneffekt ist dass ein entsäuernder Effekt eintritt, indem ein basischeres Milieu erzeugt wird. Die Leber entgiftet besser; alle Prozesse die in der Leber ablaufen optimieren sich.
Die Lust auf Süßes verschwindet. Und sie nehmen geschmacklich intensiver wahr.

Bitterstoffe schärfen unseren Verstand und die Wahrnehmung.

Wundert einen auch nicht; sie beeinflussen unseren Darm- also das „Bauchhirn“– und wir wissen alle dass dieser in Verbindung mit unserem Gehirn steht.
Das Nächste ist dass sie „ihre Komfortzone“ verlassen und sich auf den zunächst unangenehmen Geschmack einlassen. Aber einmal sich daran gewöhnt, werden Sie es nicht missen wollen.

Sehr wichtig ist, die Bitterstoffe ordentlich einzuspeicheln und erst danach runterzuschlucken. Sie sollten auch viel nachtrinken!

Denn ohne das Nachtrinken, ist es so ähnlich wie mit ihrer Waschmaschine: Nur das Waschpulver alleine genügt eben nicht. Der Waschvorgang braucht auch Wasser.

Welche Bitterstoffe es gibt


Es gibt nicht nur viele Bitterstoffe; es gibt auch Bitterstoffe die etwas unterschiedlich wirken.
►Es gibt Bitterstoffe die eher wärmen und übermässige Feuchte austrocknen (zB. Ingwer, Wermut, Curcuma, Angelikawurzel, Cardamom).
►Es gibt Bitterstoffe die auch innerlich befeuchten (Mariensistelsamen, bitterer Fenchel, Lavendel) .
Ich bevorzuge eine gute Mischung von Allem.
Dann gibt es noch Nutzpflanzen die bitter sind, die wir unbedingt öfter mit einbauen sollten in die Ernährung wie zB. Löwenzahn, Artischocke, Chiccoree (der wirklich bitter ist!), Radiccio.

Ich berücksichtige da auch aus abendländischer Sicht verschiedene Temperamente und entscheide dann welches Bittermittel bevorzugt wird.

Zum Beispiel ist es für ausgeprägt melancholische Temperamente nicht gut, gleich mit Bitterstoffen ranzugehen, die eher Feuerqualität haben . Dadurch sorgen wir dafür dass sie noch mehr „austrocknen“.
Diese Konstitutionen sollten erst von innen her „befeuchtet“ werden.
Wie eine Blumenerde, die kein Wasser aufnehmen kann wenn sie zu sehr ausgetrocknet ist. Man muss sie also erstmal bearbeiten um sie aufnahmefähig zu machen. Gleichzeitig darf so ein Patiententyp aber auch nicht abkühlen, was ein schwieriges Unterfangen ist.


Ich suche mir die Mischung entsprechend aus. Für mich sollte es eine gute Mischung aus Pflanzen sein, die eine ausgewogene Wirkung haben.