Chronischer Stress

Der Vagusnerv- der heilsame Anteil unseres Nervensystems

Ich schreibe heute diesen Blog zu diesem Thema weil ich es selber auch sehr gut kenne aus meinem Leben. Sehr lange hatte mich der sogenannte sympathische Ast des vegetativen Nervensystems oder der „aufsteigende Ast“ des Vagusnervs dauerhaft unter Kontrolle. Mein damaliger Philosophie Lehrer aus meinem Gymnasium in Istanbul sagte mal zu mir:
„Mädchen, dein sympathisches System ist der Wahnsinn! Du reagierst wie eine Thermometerskala auf Geschehnisse!“
Auch heute noch habe ich das in mir.
Klingt ja erstmal gut.
Es ist wichtig in gewissen Situationen auf „Flucht-und Kampfmodus“ zu stehen. Sehr reagibel zu sein. Der Gegenspieler ist der Parasympathikus, der für Entspannung, Relaxen usw zuständig ist.Doch wenn der sympathische Teil des vegetativen (sogenannten unwillkürlichen Nervensystems) dauerhaft aktiv ist dann kann es sehr anstrengende Folgen haben für uns. Stellen sie sich vor dass in ihrem Körper ständig Stresshormone produziert werden, die die Abwehr heruntersetzen; Hormone die die Gefäße zusammenziehen ununterbrochen ausgeschüttet werden. Ich denke dass man sich den Rest ausmalen kann. Auch in Momenten in denen wir offenbar keine Gründe für Stress hätten aktiviert unterbewusst ein gewisser Teil in uns dennoch den sympathischen Ast.
Hinter diesem grandiosen System steckt ein Areal unseres Gehirnes, welches das Unbewusste, unsere Emotionen kontrolliert. Das ist das limbische System. 
Das vegetative Nervensystem ist deutlich älter als das zentrale Nervensystem und es ist ein System welches nicht unserer Willkür unterliegt. Und genau hier ist oft das Problem.
Dem limbische System unterliegt der Mandelkern, die Amygdala. Hier sitzen alle unsere Ängste die aus alten Erfahrungen, Niederlagen, unschönen und stressigen Situationen ergründet worden sind. Diese Ängste sitzen im Unterbewussten tief fest, sodass in gewissen Situationen, z.B. meist Situationen in denen wir die Komfortzone verlassen, plötzlich dies einspringt. Keine Frage, es möchte uns schützen. Doch tut es dies natürlich nicht. Im Gegenteil: es hält uns und unsere Entwicklung eher auf.

Doch nun zurück zum vegetativen Nervensystem:
Der grösste Nerv dieses Systems ist der Vagusnerv; der X. Hirnnerv. Er entspringt aus dem Gehirn. Durch das verlängerte Rückenmark tritt er durch ein Loch in der Schädelbasis aus -gemeinsam mit Halsschlagader und Vene- läuft am Kehlkopf, den Stimmbändern vorbei indem er eine kleine Schleife macht als sogenannter Recurrens-Nerv (daher auch der Name->von „rückläufig“) und verläuft – direkt an der  Speiseröhre –  sehr nah bei Lunge und Herz durchs Zwerchfell. Feine Äste versorgen die ganzen Organe der Verdauung im Bauchraum und aber auch die Nieren. Fast bis zum Rektum.
Daher auch der Name vagabundierender Nerv.
Sie sehen also dass auch eine gesunde Herzfunktion von einem gut und ausgeglichen reagierenden Vagus-Nerv abhängt.

(Bild:Canva Design)



Allerdings ist es nicht so dass wir ständig im Relax-Modus sein müssen. Im Gegenteil! Der Vagusnerv braucht auch einen gewissen Tonus, eine Spannung! Grundsätzlich brauchen wir auch regelmässig anregende Impulse! Sonst verweilen wir ja auch ständig in einem zu bequemen Trott, suchen keine Entwicklung und keine Herausforderung mehr.
Eine Gitarre dessen Saiten nicht ausreichend gespannt sind oder eine Djembe dessen Fell keine Spannung hat geben auch keine guten Töne von sich.

Aber es ist eben auch wichtig regelmäsig für die Entspannung – bzw die Aktivierung des Vagusnerves –  zu sorgen.

Und nun zurück zum kleinen Taktgeber-Biest , die Amygdala, der Mandelkern:
Wir können- so wie es zB die Yogis auch beherrschen- diesen Kern in wichtigen Situationen deaktivieren bzw dafür sorgen dass er allmählich kleiner wird.

Denn Sie kennen sicher auch Situationen in denen sie sich eine Aktion vornehmen und plötzlich bekommen sie nahezu Schweißausbrüche. Oder kommen nicht zum Zuge weil Sie sich blockiert fühlen; es gelingt nicht. Hier springt der Mandelkern ein, weil es die alte Erfahrung gespeichert hat.

Es gibt ganz gute naturheilkundliche-bzw erfahrungsheilkundliche Möglichkeiten. Zum Beispiel aus der Spagyrik empfehle ich da gerne rythmisierende Mittel, die ein aus dem Takt geratenes Vegetativum wieder harmonisieren kann. Die Passionsblume- man sieht es auch an der Signatur, die wie ein Uhrwerk aussieht- dass sie ausser Takt geratene Systeme harmonisieren kann. Aber auch Mittel aus der Antroposophie, die den Mandelkern bearbeiten können. Und zu guter Letzt meine Lieblinge, die Teemischungen. Allein schon die Zubereitung bindet uns ein in ein Ritual. 
Erdende Rituale sind auch sehr wichtig.
Meditation, sich der Ursache bewusst werden und entsprechendes Ein-und Ausatmen und überhaupt auch tiefes Atmen – bis in den Bauch.

Die heilsame Kraft des vagabundierenden Nerves können wir jederzeit nutzen. Wir müssen es nur üben.

Was man auf körperlicher Ebene noch begleitend tun kann

In akuten Stress-Situationen, die eher langfristig durch chronische Problematiken entstanden sind, habe ich gute Erfahrungen mit Aminosäuren gemacht. Am liebsten sind mir die Infusionen, da so sehr schnell und effektiv geholfen werden kann. Ich wähle die Mischung- nach einem ausführlichem , klärenden Gespräch- sorgfältig aus.
In ganz hartnäckigen, verzahnten Situationen, gibt es die Möglichkeit neuraltherapeutisch zu arbeiten. Nicht zu vergessen sind hier die B Vitamine. Eine intramuskuläre Spritze macht einen guten Depoteffekt.

Wenn Sie betroffen sein sollten, helfe ich Ihnen gerne!

Quellen:
-Docchek Flexikon
-Natur und Heilen : Ausgabe vom Dezember2019

-Beitragsbild/Canva Design/ Science Photo Library)

Chronischer Stress

Mitochondrien-Die Kraftwerke unseres Körpers

In jeder Zelle unseres Körpers haben wir wahrhaftige Kraftwerke. Diese nennen sich Mitochondrien (Im Bild sieht man rote Strukturen. Das sind Mitochondrien) .Über den Ursprung der Mitochondrien gibt es ja sehr unterschiedliche Thesen. Eine These, die sich gut hält ist, dass sie ursprünglich aus alten, spezialisierten Bakterien stammen. Mitochondrien haben unter anderem die Aufgaben, energiereiche Moleküle zu bilden, die dann z. B. dem Stoffwechsel zur Gewinnung von Wärme zur Verfügung stehen.
In Zellen mit hohem Energieumsatz gibt es viel mehr Mitochondrien als in anderen Zellen. Zum Beispiel die Leberzellen, Herzmuskelzellen, Eierstöcke, Nervenzellen. Im Schnitt hat jede Zelle ca 1500 Mitochondrien. In den genannten besonderen Organen kann die Anzahl bis zu 8000 steigen!
Mitochondrien benötigen für ihre tägliche Arbeit sehr viele spezielle Bausteine. und Cofaktoren wie z.B Aminosäuren, Selen, Zink Eisen uvm. Diese fehlen uns ja heutzutage schon wegen der mangelnden Qualität der Nahrungsmittel.

(Bild:Canva Design/Eucaryotic cell with mitochondries)

Wenn die Mitochondrien nicht mehr gut funktionieren

…dann haben wir wirklich ein Problem!

Chronische Erschöpfung, Müdigkeit, sinkende Leistungsfähigkeit sind Hauptsymptome. Der Menschliche Körper kann es eine Weile gut kompensieren. Wie man weiß , kann er echt viel stemmen. Kommt aber noch Stress hinzu (psychischer oder auch oxidativer, nitrosativer Stress) kann es ab einem gewissen Level zu starken Einschränkungen kommen.

Vielleicht erkennen Sie sich in einigen der Punkte wieder:

  • Psychische Probleme wie Depressionen, Burnout, Panikattacken
  • Neurologische Störungen wie Parkinson, Alzheimer, Polyneuropathien uvm
  • Beschwerden wie zB Rheuma, Fibromyalgien, Arthrose/Arthritis
  • Immunsystem-Störungen wie zB Allergien, Neurodermitis; Infektionen mit Viren, Pilzen ; Darmflorastörungen mit Histaminosen
  • Hormonelle Beschwerden wie zB bei der Endometriose, Myome, PCO Syndrom und Hashimoto Thyreoiditis.

Was Sie auf alle Fälle selbst tun können:

  • Gesunde, ausgewogene Ernährung mit guten Nahrungsmitteln.
  • Geräuchertes, nitratreiche Lebensmittel vermeiden.
  • Den Konsum von einfachen Kohlehydraten reduzieren.
  • Falls Sie gewisse Medikamente nehmen müssen wie zB Statine, Betablocker, Nitrate, Blutdrucksenker, dann nehmen Sie auf jeden Fall Coenzym Q 10 und die wichtigen Cofaktoren für die Mitochondrien ein!

Was wir in der Praxis tun können:

Akute Nährstoffmängel können ganz gut ergänzt werden mit Infusionen, Injektionen.
(Mängel können ganz gut über das Blut bestimmt werden.) Somit kann man ganz gut Aufbau betreiben.
Ich ergänze das Ganze gerne mit der Traditionellen Heilkunde und der Konstitutionsmedizin. Somit können wir von mehreren Ebenen aus arbeiten.

Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung!

Allgemein

Injektionen, Infusionen in der Naturheilkunde und ein idealistischer Gedanke am Ende

(Bild:Canva Design/Der_Baertige; Getty Images)

So mancher Mensch ist sehr abgeschreckt beim Thema Infusionen und Injektionen. Der primäre Gedanke ist: Krankenhaus, Notfall, chronische Krankheiten…
Doch immer mehr finden diese Methoden auch in der Naturheilkundepraxis halt. Auch wir nutzen es sehr gerne. Welche Vorteile haben diese Methoden? Warum injizieren wenn man doch Sachen oral einnehmen kann?
Es ist selbstverständlich für mich , dass wenn ich eine naturheilkundliche Empfehlung weitergebe dass der größte Teil oral einzunehmende Mittel sind. Für mich ist es auch sehr wichtig, den Betroffenen mit einzubinden ins Heilungsgeschehen, denn nur Sie selbst bewirken diese Heilung! Aber ich fahre eben gerne „zweigleisig“.
Naturheilkundler reden hier von Reaktionsstarren. Wenn Sie schon mal naturheilkundliche Sachen eingenommen haben und wenig bis gar keinen Erfolg hatten, dann werden Sie sicher verstehen was ich meine. Reaktionsstarren entstehen, wenn „das Faß irgendwann mal voll ist“. Was meine ich damit? Damit ist unter anderem auch die moderne Lebensweise gemeint. Umweltgifte; Fertigprodukte ohne Nährwert aber mit jede Menge unnützen Zusatzstoffen und vieles mehr.
Die körpereigenen Puffer-und Enzymsysteme können auf Dauer überlastet werden. Und das was der Körper aus diesem Grund nicht mehr ausscheiden kann, lagert er gerne im Bindegewebe ein. Es ist allerdings verblüffend zu sehen was der Körper alles aushalten kann. Er kann lange Zeit einiges stemmen. Doch irgendwann zeigen sich erste Symptome und man ist verwundert . Nun , in so einem Falle werden auch in unserer Heilkundepraxis Mittel verordnet die erstmal das Bindegewebe entlasten. Aber vorangeschlossene Kurz- Infusionen – idealerweise 1-2x pro Woche – mit naturheilkundlichen Mitteln , basischen Mineralien, für die Stoffwechsel-Enzyme wichtigen Cofaktoren , kurbeln das ganze nochmal an , und die oral einzunehmenden Mittel wirken auch effizienter.
Massive Nährstoffmängel – und da haben Sie richtig gehört, dass auch in unserer Wohlstandsgesellschaft da Defizite sind- können unkompliziert ausgeglichen werden.

Gerade weil das Thema gute Ernährung auf der Strecke bleibt und der Darm sehr darunter leidet, bieten Infusionen eine gute Möglichkeit den Magen-Darm Trakt zu umgehen und Nährstoffe auszugleichen. Bis durch richtige Maßnahmen der Verdauungstrakt regeneriert wird.
Es ist ein Paradoxon! Die Gesellschaft ist wohlhabender denn je, aber Nährstoffe fehlen. Gemüse und Obst hat stellenweise nicht den Nährwert wie ich es noch kenne von vor 35 Jahren aus Omas Garten. Und damals gab es diese Biozertifikate noch nicht einmal.
Und die Injektionen nutzen wir gerne in Form von Neuraltherapien. Hier können wir lokal Entlastung schaffen, indem an gewisse Triggerpunkte ein kleiner Reiz gesetzt wird; dafür muss man gar nicht so tief gehen. Unter die Haut genügt vollkommen. Vor allem wird dadurch die Lymphe wieder in den Fluß gebracht. Und eine starre, nicht mehr so gut fließende Lymphe ist ja eines der größten, verkannten Probleme, welches viele chronischen Leiden auch mitverursacht.

Was ist die langfristige Lösung?

Natürlich können wir nicht ständig nur supplementieren. Langfristig liegt die Lösung woanders. Vom Konsum weg; zurück zur Natur . Die Böden müssen sich verändern, die Artenvielfalt sich regenerieren. Idealerweise könnte Permakultur kultiviert werden. Das ist aber ein Ansatz der nicht nur ein Umdenken auf allen Ebenen erfordert und auch ein Verlassen der Komfortzone und der Bequemlichkeit. Es ist auch ein politisch brisantes Thema. Daher möchte ich es hier nicht so breittreten.

Die Bilder übrigens zeigen zwei verschiedenen Infuse. Eines geht durch die Vene und das andere über ihren Verdauungstrakt. Beides ist wichtig und beides hat seinen besonderen Platz. 
Immer wieder zu betonen:
Wir sehen uns stets als gute Ergänzung zu einer konventionell medizinischen Behandlung, falls Sie erforderlich sein sollte.

(Beitragsbild: Canva Design/Lifestock)