Der Darm, Funktionsweise und naturheilkundliche Zusammenhänge

Der Darm ist aktuell in aller Munde. Was man vor einigen Jahren nicht beachtet hat rückt jetzt immer mehr in den Mittelpunkt. Die moderne Lebensweise und sich immer mehr häufenden Erkrankungen wie Dickdarmkrebs und aber auch immer mehr werdenden psychische Erkrankungen haben den Fokus der Forschungen immer mehr auf den Darm gerichtet. Und er bietet so viel Stoff, dass man seitenweise schreiben könnte. Er ist auf alle Fälle mehr als nur ein großer Schlauch. Aber jetzt erst mal ein kleiner Exkurs. 
Der Darm besteht aus dem Dünndarm und dem Dickdarm. Den Dünndarm trennt eine kleine Klappe vom Dickdarm. Der Dünndarm folgt dem Magen im Verdauungskanal. Die Hauptaufgabe des Dünndarmes ist den im Mund und im Magen angedauten Speisebrei zu verdauen, in Moleküle zu spalten und diese über das Epithel an der Dünndarmschleimhaut in den Kreislauf zu geben.
Dafür braucht unser Körper   ca 7Liter Verdauungssäfte pro Tag (Speichel, Magensaft, Galle,Bauchspeicheldrüsensekret und Dünndarmsekret), die grösstenteils vom Dünndarm rückresorbiert wird, da der Dünndarm einfach die grösste Oberfläche besitzt im gesamten Verdauungstrakt. 
Die Schleimhäute des Dünndarmes messen übrigens fast 200 Quadratmeter; das ist fast ein kleines Fußballfeld.
Im Anschluss an den Dünndarm folgt der Dickdarm, der das Auszuscheidende  entsorgt ; wie der Name auch sagt hat er die Aufgabe „einzudicken“ und dieses Eingedickte wird als Kot ausgeschieden. Aber auch hier sind die Ballaststoffe sehr wichtig! Sie sind Nahrung für die Bakterien im Dickdarm und wichtig für den Milieu-Erhalt!

Nun zu dem was die wenigsten wirklich wissen; ausser dass der Darm Nährstoffe aufnimmt:

Der Darm reift in den ersten 3 Lebesjahren und dabei kann er evtl Schädigungen davontragen; so ähnlich wie die Psyche auch.
Störungen im Darm wirken sich sowohl auf die Psyche als auch auf die mentale Aktivität ein. Es ist erwiesen dass Menschen, die mit Verdauungsprobleme zu tun haben oft psychisch auch labiler sind und anfälliger für psychische Erkrankungen. Häufig passiert es dass Menschen bei denen der Darm eben nicht richtig effektiv scheiden kann (hier spielen Pankreas und Milz auch eine wesentliche Rolle) auch unentschlossener sind (Man sagt auch „Bauchgefühl“; und das nicht umsonst) . Ausserdem werden im Darm noch die Psyche beeinflussende Substanzen wie zB Dopamin, Opiate, Benzodiazepine, Serotonin produziert. Auch Hildegard von Bingen kannte offensichtlich den  Zusammenhang mit Bauch und Hirn gut.

Was auch wichtig ist:

-Ein grosser Teil der Abwehrzellen sitzt im Darm!

-Der Darm besitzt ein ganzes Netzwerk aus Nervenzellen ; grösser als es beim Rückenmark ist.

-Der Darm ist ein zweites Gehirn; es agiert eigenständig und nimmt auch eigenständig wahr.

-Der Darm ist der Sitz der Intuition und steuert auch das Gefühlsleben.

-Billionen Bakterien sind im Dickdarm angesiedelt.

In den alten Kulturen standen bäuchige wohlgenährte Menschen für Frieden und Wohlstand. Selbst Caesar sagte „lasst dicke Männer um mich herum sein“ (was natürlich nicht pauschalisierbar ist. Man weiss auch um die negativen Auswirkungen von zu viel Bauchfett). Auch im Alten China; man sehe sich den Maitreya an. Ein lachender Mönch mit einem Bauch…

Aber um zur Mitte des Körpers zu kommen:

In Indien weiss man schon lange von der Kraft der Körpermitte- Das Sonnengeflecht, das Nabelchakra. Es steuert auch innermenschliche Beziehungen. Eine gestärkte Körpermitte ist aber auch wichtig um Grenzen zu setzen; zum Eigenschutz.
Der Dünndarm steht im Zeichen des Feuers nach der alten chinesischen Lehre. Und es korrespondiert mit dem Herz, welches ebenfalls im Zeichen des Feuers steht. Was uns wieder zum Punkt Psyche und Gemüt. Klar im Bauch, wird man sozusagen auch klarer im Kopf und auch in seinen Empfindungen.  Ebenso steht der Dickdarm im  Zeichen des Metalles und korrespondiert mit der Lunge; Thema Trauer und Besorgnis. Das Thema Verstopfung hat auch häufig mit „nicht bearbeiteten Konfliktsituationen“ zu tun, von denen man sich eben nicht geschafft hat zu trennen; „es verhärtet“ im wahrsten Sinne.

Ein paar Beispiele noch von Organ-Zusammenhängen:

Menschen die ständig mit irritierten Nasenschleimhäuten zu tun haben wie zB chronische Sinutiden, haben häufig auch mit irritierten und undichten Darmschleimhäuten zu tun; es verlagert sich gerne in die oberen Schleimhäute. Allergien, chronische endzündliche Hautprobleme lassen sich mit einer Sanierung des Darmes gut in den Griff bekommen. Selbst bestimmte Formen der Migräne und ADHS Problematiken , Autismus (Also alles was mit gestörten Neurotransmitter-Stoffwechselprozessen im Hirn zu tun hat!) lassen sich laut neueren Studien mit einer Darmschleimhautabdichtung und einem anschliessenden Mikrobiom Aufbau gut unterstützend behandeln. Offensichtlich ist die Blut Hirn Schranke auch undicht, wenn es die Darmschleimhäute sind. Dasselbe gilt für Psychosen wie Schizophrenie. Offensichtlich besteht auch da ein Zusammenhang und die Wissenschaft beschäftigt sich immer mehr damit. das Thema steckt sozusagen immernoch in Kinderschuhen.
Der total verkrampfte Umgang  heutzutage mit dem Thema „Stuhlgang“ spielt ebenfalls eine Rolle. Stuhl ist total tabu. Da war es im alten Rom ganz anders. Die Latrinen, in denen man die Notdurft verrichtete waren auch Orte der guten Gespräche. Die Hektik des Alltages und das dauerhaft aktive sympathische System sind nicht förderlich für eine gute Verdauung. 
Die regelmässige Einnahme von Bitterstoffen ist ein gutes Training für einen trägen Darm, dem das Feuer fehlt. Auch Salate, Gemüse  wie zB Chicoree, die bitter sind, sollten wir mehr in unseren Speiseplan einbinden. Wenn es mit Bio nicht immer geht kann man auf regionales Gemüse zurückgreifen. Dass wir uns Zeit nehmen für uns, für das Kochen, für das Essen wird immer wichtiger. Auch die zunehmenden psychischen Erkrankungen sind ein Indiz dafür. 

Ernährungsweise je nach Menschentyp und Konstitution:

Die alte Humoralpathologielehre der vier Säfte und aber auch das Ayurveda, die chinesische Medizin kann man sich auch als Vorlage nehmen und die Ernährung entsprechend anpassen. Nehmen wir paar Beispiele anhand der vier Säftelehre:

-Wenn wir es mit einem Choleriker zu tun haben, der ständig am „verbrennen und am lodern“ ist, wären kühlende und befeuchtende Speisen wie zB Salate gut. Oder phlegmatisierende Lebensmittel wie zB Kokosmilch im heißgeliebten scharften Thaicurry.

-Wenn wir einen Phlegmatiker haben, bei dem alles ohnehin wenig tonisiert ist, wären etwas mehr Schärfe und Bittermittel gut.

-Wenn wir einen Sanguiniker haben: Sanguinisches Temperament ist zwar das Ideal, welches wir oft anstreben wollen. Aber auch Sanguiniker müssen sich in Acht nehmen von den Füllezuständen und am „zu viel“. Denn sie neigen häufig zu entsprechenden  Fülle Symptomen.

-Der Melancholiker. Wenn wir einen ausgetrockneten Melancholiker haben, dem allgemein „kalt“ ist, müssen appetitanregende und befeuchtende Lebensmittel her. Bittermittel, gut angemachte Salate (regen die Speichelsekretion an!“) wären gute Ergänzungen.

Laut dem Ayurveda sitzen zB alle drei Doshas (Lebensenergien) im Darm. Vata, Pitta , Kapha sollten allerdins im guten Ausgleich sein damit der Stoffwechsel optimal funktionieren kann. Auch hier werden durch bestimmte Gewürze, Nahrungsmittel fehlende Energien kompensiert.

Meditieren um die „Mitte“ herum: 

Atemübungen, Pranayama und Meditation sind auch sehr schöne Methoden um „die Mitte“ zu stärken. Man stelle sich im Sitzen, ganz entspannt, mit geschlossenen Augen vor, dass da ganz viel Licht um den Bauchnabel sich sammelt. Und es warm wird am Solarplexus. Da kommt nicht nur der Verstand zum Schweigen, der oft das aufschnappt was er mitbekommt und uns als Wahrheit vermittelt.

Die wichtigen Dienste der evidenzbasierten Wissenschaft und Labormedizin:

Durch genauere Untersuchungen der Stuhl- und Darmschleimhäute können wir bei gravierenden Schwierigkeiten genauer hinsehen , z.B Fehlbesiedelungen ausfindig machen und gezielt behandeln.

Zu guter Letzt :

 Empfehlungen ersetzen keine individuelle Betrachtung von Patienten Um die beste präventive Begleitmaßnahme und Behandlung herauszufinden ist es wichtig Patienten persönlich zu betreuen.

Bei Fragen, freue ich mich über ihren Anruf!

Quellen:
Gesundheit aus dem Darm, Dr. Petra Thorbrietz (Thema Darm)
-Paracelsus Magazin, Heft4/2015 Der Verdauungstrakt (Thema Darm) und diverse andere Ausgaben.
-Doccheck Flexikon

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