Allgemein

Die Baunscheidtmethode-Unterstützung bei chronischen Leiden

Als der Ingenieur Carl Baunscheidt im Jahre 1828 im Alter von 36 Jahren in seinem Garten einschlief und ihn die Mücken recht gemein gestochen hatten, stellte er fest, dass seine ( durch eine Gicht bedingten) rheumatischen Leiden sich durch die Stiche der Mücken besserten. Er fühlte sich, auch im Bezug zur TCM, in seiner Idee bestätigt, das westliche Pendant zur Akupunktur zu entwickeln:
Die Baunscheidt Methode.
Er hatte recht, denn die künstliche Entzündung, die durch den Mückenstich verursacht wurde, besserte die Symptome der chronischen Entzündung! In seinem Falle eben die Entzündung, die durch seine Gicht verursacht wurde.

Alte Verfahren neu entdeckt!


Das Wissen um die heilsame Wirkung von ausleitenden Verfahren ist deutlich älter. Hippokrates, Galen v. Pergamon und Avicenna sind bekannte, altertümliche Vertreter.
Herr Baunscheidt erfuhr die Effizienz dieser Methoden sozusagen am eigenen Leib durch einen Zufall. Die Methode geriet jedoch eine Weile in Vergessenheit.
Ein österreichischer Arzt namens Aschner holte das Wissen wieder hervor und entwickelte es weiter. Es ist ein wichtiges ausleitendes Verfahren der Naturheilkunde und gehört zu den sogenannten Aschner Verfahren.

Reize als leicht provokative Antreiber!


▶In der klassischen Naturheilkunde sind Reize sehr wichtig. Man setzt einen Reiz um den Körper aus der Starre herauszuholen und bringt die Symptomatik aus dem Zustand der „Deckelung“ heraus. Die Erstreaktion fällt oft entsprechend gewöhnungsbedürftig aus, ist aber ein sehr gutes Zeichen. Und im Nachgang empfinden es Patienten als sehr angenehm, denn sie spüren regelrecht dass etwas vorangeht.

▶Die Ausleitung über die Haut ist besonders wichtig, da die Haut auch Verbindungen zu inneren Organen hat! Wenn der Körper überlastet ist, lagert er gerne das was er nicht mehr aus dem Körper schaffen kann, im Bindegewebe ab. Durch den gezielt gesetzten Reiz und die Nutzung der Verbindung der Haut zu inneren Organen, können wir den Körper dazu bringen, Stoffwechselendprodukte über die Haut loszuwerden.

▶Benutzt wird im Baunscheidt-Verfahren ein Nadel-Gerät, der sogenannte „Lebenswecker“ (und in der Tat; so wirkt diese Methode auch!).
Heute benutzen wir gerne Einmal-Baunscheidt-Köpfe, da die Sterilisierung eines Mehrweg-Baunscheidtkopfes doch recht aufwendig ist.
Das ganze wurde weiterentwickelt und es kam ein Baunscheidt-Öl dazu.
Das Öl enthält u.a. Histamin und zusätzlich noch belebende und durchblutungsfördernde ätherische Öle.

▶Am Rücken befinden sich Zonen- sogenannte Dermatome, die sensibel innerviert sind und mit entsprechenden Organen und Systemen in Verbindung stehen. So sticht man recht rasch diese Zonen durch und trägt anschliessend das Baunscheidtöl auf. Das Öl erzeugt eine künstliche Endzündung und es bilden sich Quaddeln, womit einiges aktiviert wird und Schlackenstoffe ausgeleitet. So wie eine Brennessel es auf unserer Haut tut. Das kann ein bis zwei Tage anhalten und wenn wir schwitzen oder duschen sich als Juckreiz bemerkbar machen. Was ein Zeichen dafür  ist, dass es „arbeitet“.

💎Eingesetzt wird das Verfahren erfolgreich z.B. bei:

  • Migräne
  • Lumbalgie, Ischialgie, Kreuzschmerz
  • Chronische Sehnenentzündungen wie z.B Tennisarm, Schulter- Armsyndrom, Achillessehnenentzündung, aber auch beim Fersensporn
  • Muskelschmerzen , Muskelverhärtungen
  • funktionelle Beschwerden (zum Beispiel funktionelle Herzbeschwerden)
  • Verdauungsstörungen (zum Beispiel chronische Verstopfung, Reizmagen, Gastritis)
  • Abwehrschwäche und chronische Infekte (zum Beispiel rezidivierende Bronchitis). Vor allem weil auch das Lymphsystem aktiviert wird.
  • akute und chronische Entzündungen (zum Beispiel Gicht, Rheuma)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (zum Beispiel Arthrose)
  • Chronische Sehnenentzündungen, Tennisarm, sowie Schulter-Armsyndrom, Achillessehnenentzündung, aber auch Fersensporn
  • hormonellen Störungen. u.a. auch Regelstörungen der Frau.

▶Es lässt sich auch lokal, zB am Knie oder am Arm , anwenden.

Auch ich wende es gerne an in meiner Praxistätigkeit.

Kontrainiziert ist es bei Allergien auf eines der Inhaltstoffe im Öl. Die Baunscheidt-Therapie sollte auch nicht auf bereits bestehenden Entzündungen , Muttermale und Narben sowie akute Hautkrankheiten und -Infektionen angewendet werden. Auch bei  Fieber oder Autoimmunerkrankungen und bei Kinder unter zehn Jahren dürfen ebenfalls keine Behandlung nach Baunscheidt erfolgen. Was auch wichtig ist: Reiztherapien setzt man nur wenn der/die Patient/In auch über ausreichend Kraft verfügt, auf den Reiz adäquat zu reagieren. Daher sollten Patienten, die zB eher im Mangelzustand sind, erst aufgebaut werden, bevor im größeren Umfang zB Baunscheidt Behandlungen durchgeführt werden.

Diese Punkte werden in einem ausführlichen Vorgespräch geklärt.
Bei Fragen helfe ich ihnen gerne.

Öznur Acar

(Quelle: Kurs ZfN Aschnerverfahren
Paracelsusmagazin, Ausgabe 1/2020)
(Bild: Canva Design)

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