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Warum Medikation so unterschiedlich schnell wirken kann

Haben Sie selbst Erfahrungen mit Behandlungen? Wundern Sie sich auch manchmal warum es ausgerechnet bei Ihnen nicht so schnell geht wie bei dem Bekannten oder bei der Bekannten? Die anderen schwärmen dass eine Teemischung gereicht hat und man selbst kauft ein Mittel nach dem anderen, obwohl es scheinbar die selben Symptome sind?
Es gibt paar wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem klassisch-medizinischen Bereich.
So ähnlich wie es „Türsteher und Rausschmeißer“ gibt in Party-Locations, so gibt es auch in unseren Zellen sogenannte Rausschmeißer, die durch bestimmte Gene gesteuert werden. Je nachdem welche Art von diesem Gen vorliegt, wirken also Medikamente entweder schneller oder weniger schnell.(Ergebnisse einer Studie einer Arbeitsgruppe der Berliner Humboldt-Universität in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Dr.-Margarete-Fischer-Bosch-Institut und dem Münchner Unternehmen Epidauros Biotechnology).
Wie sieht es in der Traditionellen Naturheilkunde aus?
Ob das Thema Behandlungsresistenz jetzt bei naturheilkundlichen Mitteln ähnlich funktioniert, kann ich Ihnen nicht sagen. Wenn dann eher im eher elementar-stofflichen, pflanzlichen Bereich würde ich sagen.
Ich erlebte allerdings bei zwei älteren Patientinnen ein interessantes Phänomen. Bei einer Patientin wirkte alles, was ich verabreichte, phänomenal schnell und gut; und das obwohl sie deutlich älter war. Bei der anderen Dame hingegen über einen viel längeren Zeitraum. Beide sind aus abendländischer Sicht ganz unterschiedliche Konstitutionen und Temperamente und ich ahnte natürlich schon warum das so war. Eine der Damen ist ein ausgesprochen sanguinisches Temperament und die andere Dame eher eine stark in die Melancholie geratene Cholerikerin. Obwohl bei der ersten Dame auch schon erste Züge der saturnalen Teile einer Melancholie zu erkennen waren, war die Reaktion recht gut.


Die Melancholiker*Innen oder auch Patient*Innen, die vom cholerischen Temperament in die Melancholie gerutscht sind, sind Patiententypen, die etwas schwieriger werden können und fordern viel Geduld. Da die Melancholie sehr trockene und kalte Eigenschaften mit sich bringt, haben wir es auch mit hartnäckigen Starre-Symptomatiken zu tun. Da denke ich gerne an die Milz-Thematik, aber eher als seelisch-geistigen Aspekt, da die Milz ja im Zeichen des Saturnes steht. Aber in der Tat kann man den Milz-Einfluß auch einwenig aus Laborwerten herauslesen. Es ist mir schon begegnet , dass „milzlastige“ Patient*Innen mit Blutmangelsymptomen zu tun haben obwohl zB Eisenwerte mit allen wichtigen Parametern völlig in Ordnung sind. Die roten Blutkörperchen sind allerdings gerne etwas niedriger. Die Milz hat ja auch mit dem Abbau-und der Lagerung von roten Blutkörperchen zu tun. Und oft kann man da eine „Stau-Thematik“ erkennen; vor allem irisdiagnostisch . So zeigen milzlastige und melancholisch geprägte Patient*Innen auf der seelisch-geistigen Ebene deutliche Anzeichen. Sie kennen bestimmt den Begriff „Spleenigkeit“ . Das trifft oft auf solche Patient*Innen zu. Aber auch körperlich „staut“ es eher. Man hat es mit Verhärtungen, Zysten, Wucherungen, Verknotungen uvm zu tun. Beispielsweise auch Myome. Das sind alles sehr hartnäckige Bereiche, die Zeit brauchen.
Auch die heilige Hildegard v. Bingen hatte dies erkannt und ordnete gerne kleine Aderlässe an, um das Ganze etwas zu „entstauen“ und die sogenannten Schwarzgallen (Melancholera) auszuleiten. In meiner Praxis achte ich jedenfalls auf eine gute Befeuchtung dieser Patienten. Anschliessend helfen gute Bitterstoffe , um eine Grundwärme wieder herzustellen. Natürlich wird die Milz auch einwenig „entstaut“mit guten spagyrischen Präparaten.
Aber das erklärt zumindest aus abendländisch-heilkundlicher Sicht, warum manche Patienten so schwer auf Medikation ansprechen.

(Quellen:https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/medizin-gen-bestimmt-empfindlichkeit-fuer-arzneimittel-a-74954.html
-„Die Milz, das vergessene Organ“-Friedemann Garvelmann)
(Bild:Canva Design)

Allgemein, Traditionelle Naturheilkunde/4Säftelehre/Konstitutionsmedizin

Spagyrik

Das Wort Spagyrik kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „trennen und wiedervereinen“ (spao-ich trenne, ageiro-ich verbinde) So ist die Spagyrik ein uraltes Werkzeug der Naturheilkunde ,welches zur Alchimie zählt. Alchimie macht ja auch bereits unser Körper. Wir haben zB den Magen, den Darm, die Leber, die Niere als wichtige Alchimisten in uns. Kochen diese Alchimisten alles ordnungsgemäß, fühlen wir uns gut.Auch der Stoffwechsel läuft einwandfrei. Wir essen und machen uns nie Gedanken wie die alchimistischen Prozesse so ohne weiteres laufen; über die Qualitäten der einzelnen Nahrungsbestandteile und was sie bewirken. Ob sie im Zeichen des Feuers Hitze schaffen oder ob sie eher im Zeichen des Wassers kühlen. Welches Element brauchen wir gerade. Wir schlingen einfach hinunter ohne uns hineinzuspüren. Unser Winzer, von dem wir unserenguten Wein holen, ist im Grunde auch ein Alchimist. Wir haben rund um uns herum die Alchimie. Doch wir haben verlernt es mit entsprechenden Augen zu betrachten. Die Bezeichnung Spagyrik stammt vermutlich von Paracelsus; die Geschichte reicht jedoch sicherlich viel weiter zurück. Bereits im alten Indien, Ägypten und in China wurde die spagyrische Aufbereitung wohl genutzt. Der Sinn der Spagyrik ist auch wie Paracelsus erwähnt „die Veredelung der natürlichen Heilmittel“ . (Das kann zB eine Pflanze , ein Metall sein) Ich verordne gerne Spagyrik, weil sie nach sehr naturnahen , auch für uns Menschen wichtigen Prinzipien funktioniert . Sie verkörpert den alltäglichen Fluß und den Kreislauf des „sterbens und wiedergeboren werdens“.

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Das Phönix Prinzip. Nicht unbedingt im Sinne vom physiologischen Tod gemeint. Sondern das Leben. Denn Leben ist „im Fluß zu bleiben, auf allen Ebenen“. Das heisst dass es ein Wandel ist und sein sollte; undzwar zeitlebens. Die Vorraussetzung dafür das Vitalität entsteht ist eben genau dieser Fluß. Ist es aus dem Gleichgewicht geraten, haben wir es dann entweder mit Starre, Verhärtung, Ansammlung zu tun oder mit dem Gegenteil : zu schnelle Auflösung, zu sehr Subtilisierung. Das ist genauso auch auf die seelisch-geistige Ebene projizierbar. Also hängen Seele-Geist-Körper sehr eng zusammen. Halten wir gewisse Prozesse auf indem wir „festhalten“, kann der Fluß sich nicht fortsetzen. Wenn zB ein sehr junger Mensch schon Erscheinungen des Alters zeigt wie zB geistige Starre, vorzeitiges Altern, dann ist unter Umständen eben der natürliche Fluß gestört. Was sich auch auf der Körperebene zeigen kann. Genauso ist es wenn ein Mensch sich zB viel zu schnell dem Wandel hingibt ohne dass Gewisses reifen kann. Also „zu flüchtig und zu unbeständig“ sein. Das kann man aber viel besser verstehen wenn man das Prinzip der Herstellung von spagyrischen Mitteln verinnerlicht, denn die Spagyrik trennt sozusagen das Wesentliche vom Unwesentlichen und beinhaltet die heilende Quintessenz ohne dass man selber diesen Prozess nochmal durchlaufen muss als Betroffener.

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Die drei Prinzipien der Spagyrik sind:
Merkur: Geist, das Lebensprinzip, der Lebensgeist (das Flüchtige, im Pflanzenreich der Alkohol)
Sulphur: die Seele, das Spezifische und Individuelle (alles was brennend, aromatisch ist, zB ätherische Öle)
Sal: das Materielle, körperliche, feste ( im Pflanzenreich die Mineralien, Salze) Die Spagyrik befasst sich sozusagen mit dem Wechselspiel dieser drei Prinzipien. Was auch in unserem Leben so ist; ständig das Wechselspiel zwischen diesen drei Prinzipien.

Die Pflanze wird zuerst , feingeschnitten, in einem Kolben mit Quellwasser und Hefe einer Gärung ausgesetzt (putrefactio, verfaulen)
Dann wird die vergorene Mischung destilliert. Der Dunst der aufsteigt ist der Merkur, der Geist (Man sagt ja auch zum Beispiel: „Der hat keinen Dunst!“ für gewisse Menschen.) Dieser wird aufgefangen in einem Gefäß und aufbewahrt.
Das was danach kommt ist der Sulphur (erkennt man daran das es brennbar und farbig ist und aromatisch riecht oder schmeckt). Auch Dieser wird aufgefangen und in einem Gefäß aufbewahrt.
Schliesslich wird der verbliebene Rest der Pflanze in einem Ofen verascht bis es ein weisses Pulver geworden ist (Sal) Und ganz am Schluss werden Sulphur, Merkur, Sal vereint zur spagyrischen Tinktur. Diese beinhaltet sozusagen das veredelte Heilmittel, die Quintessenz. Je nachdem welches Leiden wir haben gibt es eben entsprechende spagyrisch aufbereitete Pflanzenpräparate.

Zuletzt noch anzumerken : 


Empfehlungen ersetzen keine individuelle Betrachtung von Patienten Um die beste präventive Begleitmaßnahme und Behandlung herauszufinden ist es wichtig Patienten persönlich zu betreuen.Bei Fragen, freue ich mich über ihren Anruf!

Quellen:

Peter Hochmeier, Der Weg des Sonnenfunkens (zum Thema Spagyrik und Alchimie/Pflanzensignaturen.

ZfN  Weiterbildung  in Traditioneller Heilkunde am ZfN München

Friedemann Garvelmann „Humoralmedizinische Praxis“ Band 1+2

(Bild: Canva Design)
(Beitragsbild: Canva Design/Symbols of Alchemy)