
Ich schreibe heute diesen Blog zu diesem Thema weil ich es selber auch sehr gut kenne aus meinem Leben; vor allem in Verbindung zum Thema Erschöpfung. Sehr lange hatte mich der sogenannte sympathische Ast des vegetativen Nervensystems oder der „aufsteigende Ast“ des Vagusnervs dauerhaft unter Kontrolle. Mein damaliger Philosophie Lehrer aus meinem Gymnasium in Istanbul sagte mal zu mir:
„Mädchen, dein sympathisches System ist der Wahnsinn! Du reagierst wie eine Thermometerskala auf Geschehnisse!“
Auch heute noch habe ich das in mir.
Klingt ja erstmal gut.
Es ist wichtig in gewissen Situationen auf „Flucht-und Kampfmodus“ zu stehen. Auf dem Bild sehen Sie einen altertümlichen Säbelzahntiger. Die Urmenschen hatten eher- was Stress anbelangt- mit solchen Bedrohungen und Ängsten zu tun. Sie mussten „überleben“! Und in manchen Fällen schafften sie es eben nicht.
Dieser Urimpuls steckt immernoch in uns!
Nur die Säbelzahntiger“ der modernen Zeit sind eher anderer Qualität. Chronische Überlastung in der Arbeitswelt und der Leistungsgesellschaft; mit allem was dazu gehört und vieles mehr.

(Bild: über Canva Design)
Der Antreiber Sympathikus soll auch gut funktionieren in manchen Situationen, in denen Stress angebracht ist.
Der Gegenspieler ist der Parasympathikus, der für Entspannung, Relaxen usw zuständig ist.Wenn der sympathische Teil des vegetativen (sogenannten unwillkürlichen Nervensystems) dauerhaft aktiv ist dann kann es sehr anstrengende Folgen haben für uns. Stellen sie sich vor dass in ihrem Körper ständig Stresshormone produziert werden, die die Abwehr heruntersetzen; Hormone die die Gefäße zusammenziehen ununterbrochen ausgeschüttet werden. Ich denke dass man sich den Rest ausmalen kann. Auch in Momenten in denen wir offenbar keine Gründe für Stress hätten aktiviert unterbewusst ein gewisser Teil in uns dennoch den sympathischen Ast.
Hinter diesem grandiosen System steckt ein Areal unseres Gehirnes, welches das Unbewusste, unsere Emotionen kontrolliert. Das ist das limbische System.
Das vegetative Nervensystem ist deutlich älter als das zentrale Nervensystem und es ist ein System welches nicht unserer Willkür unterliegt. Und genau hier ist oft das Problem.
Dem limbische System unterliegt der Mandelkern, die Amygdala. Hier sitzen alle unsere Ängste die aus alten Erfahrungen, Niederlagen, unschönen und stressigen Situationen gebildet worden sind. Diese Ängste sitzen im Unterbewussten tief fest, sodass in gewissen Situationen, z.B. meist Situationen in denen wir die Komfortzone verlassen, plötzlich dies einspringt. Keine Frage, es möchte uns schützen. Doch tut es dies natürlich nicht. Im Gegenteil: es hält uns und unsere Entwicklung eher auf.
Doch nun zurück zum vegetativen Nervensystem:
Der grösste Nerv dieses Systems ist der Vagusnerv; der X. Hirnnerv. Er entspringt aus dem Gehirn. Durch das verlängerte Rückenmark tritt er durch ein Loch in der Schädelbasis aus -gemeinsam mit Halsschlagader und Vene- läuft am Kehlkopf, den Stimmbändern vorbei indem er eine kleine Schleife macht als sogenannter Recurrens-Nerv (daher auch der Name->von „rückläufig“) und verläuft – direkt an der Speiseröhre – sehr nah bei Lunge und Herz durchs Zwerchfell. Feine Äste versorgen die Organe der Verdauung im Bauchraum fast bis zum Rektum.
Dieser Nerv heisst auch vagabundierender Nerv.
Sie sehen also dass auch eine gesunde Herzfunktion von einem gut und ausgeglichen reagierenden Vagus-Nerv abhängt.
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