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Warum Heilpraktiker*Innen nicht automatisch Gegner*Innen von Impfungen und der modernen Wissenschaft sein müssen und welche Bereicherungen sie aber mitbringen!

Ich kommentiere gerne aktiv auf Social Media. Aber dann sieht man kurz mein Profil ein und was ich so mache. Nicht selten kommen Bemerkungen wie „Ah…Eine Heilpraktikerin! Und? Heute morgen schon Urin gegurgelt?“
Ich kommentiere nicht. Denn manchmal kann ich es tatsächlich nachvollziehen. Keine Frage, das Bild hat nach aussen deutlich gelitten die letzten Jahre.
Und manchmal muss ich gestehen dass ich auch mit so manchen Kolleg*Innen bisschen aneinandergerate.
Weil meine Motivation von Anfang an eine ganz andere war und immernoch ist.
Als Apothekerin muss ich ganz ehrlich sagen:
Ich habe diesen Beruf nicht erlernt, haufenweise Geld in die Ausbildung und Weiterbildungen investiert, über 500€ für die Prüfung bezahlt, damit ich gegen die Schulmedizin antreten darf.
Dass die Pharmaindustrie Lobbyismus betreibt, ist kein Geheimnis. Die Marktwirtschaft lebt von Konkurrenz und gewisse Institutionen des Gesundheitssystems werden darauf ausgerichtet. Das ist in der Tat ein großes Manko.
Fachkräftemangel, der Profit steht vor dem Menschen.
Das sind keine aufbauenden Entwicklungen.

Aber ich habe Ihnen ja immer noch nicht erklärt warum man als HP keine Gegner*In der modernen Medizin und der Wissenschaft sein muss.
Ganz einfach:



►Weil die lebenserhaltenden- und verlängernden Maßnahmen wirklich gut und wichtig sind! Was wären wir zB ohne Notfallmedizin und die Möglichkeit sich einer OP unterziehen lassen zu können. Oder Chemotherapien, die sorgfältig ausgesucht werden.
►Weil die moderne und ungezügelte Lebensweise einige Probleme birgt, die ganz ohne die moderne Medizin einfach nicht zu lösen sind. Was wären wir ohne ein Insulin oder auch andere Mittel, wenn doch die Lebensweise so unvernünftig ist. Auch die Lebensmittelindustrie ist hier nicht ausser Acht zu lassen mit ihrem großen Löwenanteil.
►Weil es Vorteile hat, mit der Ärzteschaft zu kommunizieren. Vor allem was den Patienten anbelangt.


Und nun zu den Vorteilen , die wir HP’s mit einbringen:



►In chronischen Verlaufsformen hat die aktuelle Gestaltung der Medizin und des Gesundheitssystems, so wunderbar die modernen Errungenschaften auch sind, leider auch Nachteile. Das ist vor allem der oft fehlende, ganzheitliche Blick. Die traditionelle Heilkunde zB sieht gewisse Konstitutionstypen in Patient*Innen und setzt gezielt auch bei den angeborenen Schwächen und Krankheitsneigungen an. Mit der Lebensführungsordnung , die entsprechende Schulung , individuelle Ernährungstipps für Patienten und was so alles eben dazugehört.
►Die moderne Lebens- und Ernährungsweise weist große Defizite auf. Wichtige Grundbausteine, Nährstoffe, die alleine für den alltäglichen Stoffwechsel schon wichtig sind, fehlen. Der Körper kann stellenweise nicht mal mehr richtig metabolisieren. Energiemangelsymptome häufen sich. Darmflorastörungen sind da immer mit dabei.
Es gibt die Möglichkeit dies unkompliziert zu beheben. Mängel können ohne Probleme mit Infusionen und Injektionen beseitigt werden.
►Wir können mit dem ganzheitlichen Blick begleitend behandeln. Wunderbare ausleitende Verfahren wie Schröpfen, Baunscheidt-Methoden, Neuraltherapien uvm entlasten den Körper immens!
►Massagen und sonstige manuellen Methoden bieten auch Berührung. Bei mir zB wird intensiv körperlich untersucht. Es wird abgetastet, abgeklopft, abgehorcht. Patient*Innen fühlen sich wahrgenommen. Sie können sich Zeit nehmen, erzählen.
►Verordnungen wie zB Teemischungen binden Patient*Innen aktiv mit ein. Oder auch die Einnahme von Tropfen/Tinkturen/Pulver. Das bewirkt, dass man mal inne hält und sich Zeit nimmt, sich spürt , ein Gefühl für sich entwickelt.

Und noch so manche Vorteile.

Ich finde dass wir HP’s das Gesundheitssystem sogar gut entlasten können! Zeit wird’s dass unsere Leistungen mal anerkannt und auch mit übernommen werden sollten von Krankenkassen. Denn langfristig bietet bodenständige Naturheilkunde und aber auch Erfahrungsheilkunde Vorteile. Den Patienten geht es besser und das beeinflußt bestimmt auch ihre Produktivität, da die Vitalität ja deutlich steigt.

Nun, das sind sehr idealistische Gedankengänge. Aber wenn man sich die positiven Folgen langfristig ansieht, dann sollten sie ernstgenommen werden.
Dafür müssten sich glaube ich mehrere Seiten zusammensetzen, ein gewisses Feindbild ablegen und verhandeln wollen. Eigentlich ganz einfach aber dann wiederum doch nicht so leicht.

Wir werden sehen…